Unter Mitarbeit von Virgilio Masciadri. Ausgangspunkt der Arbeit ist Galileis Versuch, das kopernikanische Weltsystem mit der heiligen Schrift in Übereinstimmung zu bringen. Anhand zahlreicher Originaltexte, grossteils erstmalig in deutscher Übersetzung publiziert, werden wichtige Phasen der Auseinandersetzung mit der Kosmologie von Aristoteles bis in die Zeit der Scholastik und von Kopernikus und Kepler aufgezeigt. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Argumente für oder gegen die Bewegung der Erde, wie auch für oder gegen die Bewegung des Himmels. Die Gründe für das Festhalten am aristotelisch-ptolemäischen Weltbild durch die Fachastronomen, Philosophen und Theologen werden dargelegt. Schliesslich wird die Rolle der reformatorischen Theologie, insbesondere von Calvin, für die Durchsetzung des kopernikanischen Weltsystems untersucht. Aus dem Inhalt: Galilei als Kopernikaner - Wissenschaftsgeschichtliche Hintergründe - Das Problem der Erdrotation in der Spätscholastik - Akkomodation als hermeneutisches Problem - Das Dekret vom 15. März 1616 und seine Folgen - Galileis Argumentation und die Ausbreitung des Kopernikanismus - Übersetzungen von Briefen und Kommentaren zu Bibeltexten - Astronomische Hintergründe zu Galileis Exegese von Josua 10, 12-14 - Kurze Übersicht zu Galileis Leben und Werk.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.09.2007
Vorzüglich findet Rezensent Helmut Meyer diese Edition von wichtigen Quellentexten zum Streit um das kopernikanische Weltsystem im 17. Jahrhundert, der durch die Entdeckungen Galileo Galileis ausgelöst wurde, die im Widerspruch zum damals gültigen theologischen Weltbild standen. Die Edition umfasst, lesen wir, vor Stolz über seine Entdeckungen "vibrierende" Briefe Galileis ebenso wie wissenschaftliche Texte, theologische Reaktionen und wissenschaftliche Kommentare der Zeitgenossen. Auch für seinen einleitenden Essay erntet Herausgeber Hans Bieri viel Rezensentenlob.
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