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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 10.24 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Thomas Glavinic

Das bin doch ich

Roman

Cover: Das bin doch ich

Carl Hanser Verlag, München 2007
ISBN-10 3446209123
ISBN-13 9783446209121
Gebunden, 240 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Ein Mann schreibt einen Roman. Der Mann heißt Thomas Glavinic, der Roman heißt "Die Arbeit der Nacht" und der Mann will das, was alle wollen: Erfolg. Er will einen Verlag, einen Preis, Geld. Was er hat, ist ein Manuskript, eine Literaturagentin, Kopfschmerzen und leider zumeist unerträgliche Mitmenschen. Und er hat auch einen netten Freund, der selbst einen Roman geschrieben hat, dessen Verkaufszahlen die Mutter unseres Autors zu dem Aufschrei bringen: "Wann schreibst du denn mal so was?"

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2007

Nabelschau mit Kopf!, jubelt Ijoma Mangold und gönnt Buch und Autor ihren Platz auf der Short List des Deutschen Buchpreises. Derart überdreht und komisch erscheint ihm die Hypochondrie des Ich-Erzählers, derart gesteigert die bis in die Namen der Figuren hinein verdichtete "Wirklichkeitsbefassung", dass er sich der initiierten Verfremdung der Realität unbedingt hingibt. Thomas Glavinic findet er "delikat" genug, um nicht Reality-TV zu spielen. Allerdings: Auf den zweifellos im Text enthaltenen voyeuristischen Spaß in Sachen Literaturbetrieb will Mangold gar nicht verzichten. Schon gar nicht, wenn er, wie bei Glavinic, "psychologisch raffiniert" serviert wird.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.09.2007

Achtung: Literaturbetriebssatire! Alexander Camman ruft deshalb alle "Betriebsnudeln" zur Pflichtlektüre. Allerdings findet Camman mehr als nur Selbstreferentielles in diesem Buch von Thomas Glavinic. Vor allem der Held hat es ihm angetan, genauer dessen Identifikationspotential auch für Nicht-Betriebsnudeln. Die "grotesken Szenen" aus dem Dasein eines Neurotikers erscheinen ihm schön höllenfahrtmäßig unterhaltsam. Ganz gleich, ob der Text nun des Deutschen Buchpreises würdig ist, wie der Held selbstquälerisch fantasiert, oder nicht.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.09.2007

Wunderbar amüsiert hat sich Rezensentin Ursula März bei der Lektüre von Thomas Glavinics Roman über den Literaturbetrieb, der um die Entstehung und Veröffentlichung von Thomas Glavinics Roman "Die Arbeit der Nacht" kreist und in dem Daniel Kehlmann, Dennis Scheck, Doris Graf und andere bekannte Figuren aus der Branche auftreten. März erinnert daran, wie sehr Glavinic "schlitzohrige" Täuschungsmanöver liebt. Auch müsse man im Auge behalten, dass dieser "1:1-Roman" ein Roman sei, wolle man nicht auf dem "Glatteis der vermeintlichen Nonfiction" ausrutschen. Im Unterschied zum düsteren Vorgängerroman erweist sich der Autor in März' Augen hier als "Meister des lakonischen Irrwitzes", der raffiniert, selbstironisch, intelligent und höchst komisch zum Stand der Literatur Stellung beziehe. Zudem würdigt sie ihn als "Erfinder einer bestimmten Komikdialektik". Denn, so die Rezensentin, der Roman lache zurück: "über den Leser und dessen verdorbene, gierig ans Authentische geklammerte Rezeption."

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.09.2007

Als Meisterwerk vollendeter Selbstironie feiert Paul Jandl den jüngsten Roman von Thomas Glavinic, der hier nach seinem äußerst düsteren Buch "Arbeit der Nacht" nun ein urkomisches, dabei aber tiefgründiges und geradezu philosophisches Buch vorgelegt hat. Es handelt vom fiktionalen Schriftsteller Thomas Glavinic, der im Spannungsfeld von Familie, eingebildeten Krankheiten und Versagensängsten seiner Schriftstellerexistenz nachgeht. Auch wenn hier zahlreiche bekannte Figuren aus dem literarischen Leben auftreten, ist dieser Roman keine Satire des Literaturbetriebs und man sollte ihn auch nicht als Schlüsselroman lesen, betont der Rezensent. Man könnte die Berichte aus dem Leben eines depressiven, hypochondrischen Schriftstellers "banal" finden, wäre da nicht Glavinics Talent fürs Komische und seine Fähigkeit, noch in den alltäglichsten Szenen das "Dämonische" herauszuarbeiten, preist der Rezensent. Dieser nach allen Regeln der Kunst geschriebene "Unterhaltungsroman" beweist so immer wieder seine "solide Abgründigkeit", und auch wenn dieses Buch wohl im Gesamtwerk des österreichischen Autors eher eine Ausnahme bleiben wird, wie Jandl vermutet, stößt sie bei ihm auf viel Beifall.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2007

Literaturbetriebsromane interessieren niemanden, meint der Rezensent Richard Kämmerlings, jedenfalls keinen außerhalb des Literaturbetriebs. Und auf den ersten Blick sieht Glavinics neuestes Werk ganz und gar nach einem Literaturbetriebsroman aus, steht im Zentrum doch ein Autor und Ich-Erzähler namens Glavinic, der auch noch mit einem anderen, neidvoll beäugten Autor namens Daniel Kehlmann befreundet ist. Der Roman-Glavinic kommt eher nicht so gut weg, narzisstisch und infantil wie er ist. Durch diese Oberfläche freilich dürfe man sich, warnt Kämmerlings, nicht täuschen lassen, denn es geht darunter um ernstere Dinge als bloß den Literaturbetrieb. Um Fragen der Identität nämlich und die Angst vor der Persönlichkeitsspaltung. Das ist dann die unheimliche Unterseite eines komischen Romans, den der Rezensent offenkundig sehr gerne gelesen hat.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 25.08.2007

Enttäuscht äußert sich Rezensentin Ina Hartwig über dieses Buch, dass sie als Literaturbetriebssatire mehr genervt als amüsiert hat und das sie im Endeffekt weniger boshaft als berechnend fand. Denn erstens will der Autor aus ihrer Sicht dann doch zu wenigen Leuten weh tun und zu vielen schmeicheln. Zweitens fehle es Thomas Glavinic an der nötigen Portion Mut und Selbstironie, die literarische Vorläufer wie die Brüder Goncourt im Übermaß besessen hätten. Hartwig zitiert eine Beschreibung Hippolyte Taines, den die Goncourts einen "Geistlichen mit Schmerbauch" nannten, mit einer "scheußlichen Frau, die aussieht wie eine kranke Seidenraupe, die ein Schuljunge mit Tinte beschmiert hat". Wenn Glavinic dagegen mal kritisch wird, empfindet die Kritikerin das als geistlose Kritikerschelte, die nicht zu wehtun soll.

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