Yomota Inuhikos Buch "Im Reich der Sinne" stellt die Geschichte des Films in Japan seit seinen Anfängen im ausgehenden 19. Jahrhundert vor. Der Verfasser läßt sich hierbei nicht allein von den "großen Namen", etwa Mizoguchi, Ozu oder Kurosawa leiten, sondern präsentiert die japanische Filmhistorie als eine Geschichte der unterschiedlichsten Genres, Filmsprachen und Akteure. So erfährt der Leser, wie der Film nach Japan kam, als Stummfilm seine erste Blüte erlebte, während des Kriegs und in den japanischen Kolonien als Macht-Instrument diente, in der unmittelbaren Nachkriegszeit unter US-amerikanischer Besatzung durch eine Phase erneuter Zensur ging und schließlich auf den internationalen Festivals - von Cannes bis Venedig - seine weltweit bewunderte Wiederauferstehung feierte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.08.2007
Nicht wirklich zufrieden ist Andreas Platthaus mit dieser deutschen Ausgabe von Yomota Inuhikos Geschichte des japanischen Films. Seine Kritik betrifft allerdings nicht eigentlich Yomotas Buch, sondern die deutsche Aufmachung und Übersetzung, die ihm zu reißerisch geraten ist. Dabei findet er die Ausführungen über die Bedeutung des Filmerzählers höchst instruktiv, ebenso die Beschreibung der Entstehung des japanischen Kinos aus dem Geist des Theaters oder auch über den Film als Vehikel des kulturellen Nationalstolzes der Japaner, allesamt Dinge, die mit dem Titel nichts zu tun haben. Neben der zweifelhaften Aufmachung des Buchs ist ihm die Übersetzung von Uwe Hohmann als nicht sonderlich geglückt aufgefallen.
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