Die interdisziplinär angelegte Studie wirft einen neuen Blick auf die Kunsttheorie des Weimarer Klassizismus. Hinter dem Klischee "edler Einfalt und stiller Größe" wird dabei eine dynamische Ästhetik erkennbar, für die die künstlerische Darstellung von Pathos, Ausdruck und Bewegung keinesfalls ausgeschlossen, sondern im Gegenteil sogar konstitutiv ist. Die Struktur der auf einer breiten Basis von Bildbeispielen argumentierenden Untersuchung ergibt sich aus den drei für den Neoklassizismus zentralen Diskursen: der Archäologie, der Kunsttheorie sowie der zeitgenössischen Kunstkritik. Herausgearbeitet wird der von den "Weimarischen Kunstfreunden" unternommene Versuch, die noch von Winckelmann und Lessing als übertrieben abgelehnte "Nachahmung des Gewaltsamen" in die Kunstlehre zu reintegrieren, um auf diese Weise den spätestens seit den 1780er Jahren in eine Krise geratenen Klassizismus theoretisch flexibler wie auch ästhetisch attraktiver zu gestalten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2007
Rezensent Christoph Schmälzle ist erfreut darüber, dass diese Dissertation Martin Dönikes nun als Buch vorliegt, die seinen Informationen zufolge in Fachkreisen schon viel Beachtung gefunden hat. Dönike geht darin der Frage, wie im Weimarer Klassizismus das "Gewaltsame" in der klassischen Kunst rezipiert wurde, und in welches Verhältnis es zur Schönheit gesetzt wurde. Wie wir Schmälzles nicht ganz leicht verständlichen Rezension entnehmen, stellt sich unter anderem die grundsätzliche Frage, ob sich in der "Unterwerfung des Schreckens" die ganze "Macht der Kunst" spiegelt oder ein zynischer Formalismus zu Tage trete. Keinen Zweifel lässt die Rezension jedoch, welche Achtung der Kritiker für den Autor empfindet und dass diese Arbeit ein weites Forschungsfeld eröffnet habe.
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