Einfach nur glücklich sein: offenbar ein schwieriges Unterfangen. In seinem neuen Buch denkt Wilhelm Schmid darüber nach, was unser Glück ausmacht, was die Philosophie dazu beitragen kann und was wir persönlich tun können und müssen. Es geht um die geistige Haltung, die wir dem Leben gegenüber einnehmen; die Kunst, neben den Höhen auch die Tiefen des Lebens anzunehmen; und das Erkennen von Sinn und Zusammenhängen mit allen Sinnen. Was ist Glück? Die Frage danach treibt uns um. Könnte es aber sein, dass gerade die ständige Jagd nach Glück unglücklich macht? Dabei ist Glück nichts als ein Wort. Entscheidend ist, was damit bezeichnet wird, welche Bedeutung dem Wort gegeben wird, das nicht nur "das" Glück in der Einzahl bezeichnet. Der Lebenskunst-Philosoph Wilhelm Schmid unterzieht in seinem neuen Buch die Vielfalt der Bedeutungen einer genaueren Betrachtung: das Zufallsglück, das Wohlfühlglück, das Glück der Fülle, das Glück des Unglücklichseins. Gegen die Glückspropheten, die mit wohlfeilen Rezepten alle Welt beglücken wollen, macht Schmid geltend, daß Glück nur ein Stellvertreterbegriff für die wichtigere Frage nach "Sinn" ist. Wenn aber Sinn nicht mehr von selbst zur Verfügung steht, dann wird eine Art von Arbeit daraus, Sinn zu finden und neu zu gründen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.07.2007
So ganz geheuer scheint dieser "sehr kleine" Glücksratgeber dem Rezensenten nicht zu sein. Den Autor nennt Eberhard Rathgeb den "deutschen Experten für Lebenskunst" und weckt auch sonst allerhand Zweifel an diesem Unterfangen, gutbürgerlich portioniert, wie er feststellt, "Begriffsgefahrenentschärfung" zwecks Glückseligkeit zu betreiben. Wenn Wilhelm Schmid Sinnhaftigkeit (durch Religion) als Glücksquell preist, denkt Rathgeb an eine Hängematte, in der sich prima dösen lässt. Und an Camus und eine ganz andere Existenzerfahrung.
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