Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Wo immer der Optimismus auftritt, folgt ihm der Pessimismus mit seinen beißenden Einwänden auf dem Fuß. Der Pessimist gilt als freudlos, aber glaubwürdig, der Optimist als verträumt und verführt von einem falschen Glück. Wie also kann man heute noch optimistisch sein? Sandra Richter erzählt in ihrem Buch, wie Leibniz den philosophischen Optimismus erfand, wie Voltaire ihm schon bald heftig widersprach und wie der Optimismus im Laufe der Jahrhunderte durch die Kritik an ihm erwachsen wurde. Denn erst der Streit mit Skeptikern und Pessimisten hat ihn eigentlich tragfähig gemacht. So erneuert das Buch schließlich den Optimismus als eine verantwortungsvolle Kunst des Lebens, die sogar seinen Gegnern gefallen könnte.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Sandra Richter: Lob des Optimismus - Leseprobe beim Verlag C.H. Beck
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.12.2009
Ganz so einfach ist es dann doch nicht mit dem Optimismus, meint Thomas Steinfeld etwas säuerlich. Die fröhliche Wissenschaft der Sandra Richter ist für ihn jedenfalls kein Grund optimistisch zu sein. Im Gegenteil erkennt Steinfeld in der voraussetzunglosen Belobigung optimistischer Lebensführung als Lebenskunst und in Richters kursorischer wie auch sonst eher schlichter Abhandlung von 2000 Jahren Geistesgeschichte, von "Optimisten" von Bergson bis Wieland geradezu Geistfeindlichkeit. Beschwörung ja, wirkliche Erfassung des Wesens des Optimismus, nein, kritisiert Steinfeld die Autorin. Dazu bräuchte es weit mehr Gespür für die Abgründe, mit denen sich der Optimist konfrontiert sieht, glaubt er.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 26.11.2009
Sehr anregend findet Rezensent Ulrich Greiner dieses Brevier der Philologin Sandra Richter über den Optimismus, dessen heilsamste Wirkung sie mit der Stabilisierung des "mentalen Ökosystems" beschreibt. Gelernt hat Greiner dann von seiner Enstehung im 18. Jahrhundert bei Leipniz und Wieland, seiner anthropologischen Ausformung bei Shaftesbury und Rousseau und schließlich seiner teleologischen Deutung durch Hegel und Darwin. Auch Richters Befund, dass er hierzulande von einem beklagenswerten Mangel an positiver Rhetorik zusätzlich geschwächt wird, kann Greiner nur unterschreiben und fordert mit der Autorin eine Wiederbelebung von Hymnen und Preisgesängen.
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