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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 13.02 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Emmanuel Bove

Die Verbündeten

Roman

Cover: Die Verbündeten

Deuticke Verlag, Wien 2000
ISBN-10 3216303268
ISBN-13 9783216303264
Gebunden, 240 Seiten, 20,40 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen von Thomas Laux. In "Die Verbündeten", einem seiner Hauptwerke, das 1927 in Paris erschienen ist, porträtiert Emmanuel Bove seine Mutter und seinen Bruder Leon, die sich im Kampf gegen ihr Schicksal zusammengetan haben. Geld, eine wahre Obsession im Leben und Werk Boves, ist auch hier eines der wichtigsten Themen. Seine Beziehung zu Mutter und Bruder war lebenslang schwer davon belastet, dass die beiden ihn als ihren Ernährer betrachteten - ihn, den Schriftsteller, der selbst kaum über die Runden kam. Radikal und schonungslos zeigt Bove seine Figuren in ihrer Unfähigkeit zu handeln, in ihrem ausweglosen Scheitern.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.08.2000

In einer Doppelrezension geht Martin Ebel auf die folgenden zwei Romane des französischen Schriftstellers Emmanuel Bove ein:
1) "Die Verbündeten"
Der Roman erschien 1928 in Frankreich und wurde erst jetzt ins Deutsche übersetzt, schreibt der Rezensent. Ebel benennt die treibende Kraft der Handlung, in die sich Boves Protagonisten, Mutter und Sohn, verstricken, als Kette von "Übersprungshandlungen". Vordergründig ist das fehlende Geld das Problem; Mutter und Sohn pumpen Freunde und Verwandte an, reden unablässig über ihr Problem, finden jedoch keinen Weg aus der Misere. Sie verwahrlosen zunehmend, schreibt Ebel, und "verlieren jeden Bezug zur Realität". In einer parabelartig eingewobenen Geschichte über den durchaus vermögenden Großvater - Ebel vergleicht ihre Kraft mit Kafkas "Der Bau" - verdeutliche Bove jedoch gleichzeitig, dass das fehlende Geld eben nicht das Problem ist, denn auch der Großvater war ein unglücklicher, getriebener Mann, der ständig den Bankrott beschwor. Die Boveschen Gestalten wirken wie Schiffbrüche, schreibt Ebel, die zwar umgeben sind von der "steifen Brise" des Erfolgs, selbst jedoch müde, enttäuscht und unfähig "in einer Flaute dümpeln".
2) "Ein Mann, der wusste"
Der Rezensent erwähnt, dass dieser Roman, der jetzt erstmals auf Deutsch erschien, selbst im Ursprungsland Frankreich erst vierzig Jahre nach der Fertigstellung des Manuskripts (1942) publiziert wurde. In ihm sind Bruder und Schwester die Protagonisten, deren Leben erfolglos, enttäuschend und unendlich zerredet vor den Leser treten. Um Maurice und Emily herum "tobt das Leben, werden Geschäfte gemacht und Gewinne durchgebracht, wird geliebt, gekämpft und gesiegt". Aber sie selbst haben schon verloren, bevor sie überhaupt begonnen haben. Ihre Abhängigkeit voneinander ist kein Trost sondern nur ein weiterer Punkt des Leidens und der Ausweglosigkeit. "Unaufhörlich grübelt und redet" man, schreibt Ebel, und die Gespräche mit den wenigen anderen, die noch um sie herum auftauchen, haben die Qualität von Beckettschen Dialogen "in denen jeder Satz den vorhergehenden dementiert". Wenngleich Ebel sein Urteil wenig im Detail absichert, urteilt er am Schluss der Besprechung über Bove, dass er sich mit jedem endlich erscheinenden Roman als "einer der größten französischen Schriftsteller des 20.Jahrhunderts" erweist.

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