Herausgegeben von Matthias Dall`Asta, Gerald Dörner und Stefan Rhein. Es gibt den Band auch als Taschenbuch in einer Leseausgabe für 38,00 Mark (ISBN 3772820158). Reuchlins Briefwechsel beleuchtet die Universalität dieses Renaissance-Gelehrten und reflektiert die politischen Zeitumstände. Vor allem aber dokumentiert er eine im Vorfeld der Reformation in ganz Europa aufmerksam verfolgte Debatte, in der die Gattung Brief zum bevorzugten Medium der politischen Auseinandersetzung wurde: Reuchlins Kampf um die Erhaltung der jüdischen Literatur gegen die von den Humanisten als "Dunkelmänner" gebrandmarkten Kölner Theologen. Die auf insgesamt vier Bände angelegte Edition macht den erhaltenen Briefwechsel, der bislang nur verstreut und lückenhaft in drei aus dem 19. Jahrhundert stammenden Teilsammlungen vorlag, erstmals vollständig zugänglich. Die neue Gesamtausgabe enthält den ungekürzten Originaltext aller Briefe von und an Reuchlin, einen textkritischen Apparat, Regesten, die den Inhalt der Briefe erschließen, sowie ausführliche Sacherläuterungen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.08.2000
In einer Kritik, die schamloserweise mit unübersetzten lateinischen Zitaten paradiert, betont der Rezensent Thomas Maissen die Bedeutung Reuchlins als eines der ersten deutschen Humanisten und Vermittlers zumal der altgriechischen Sprache. Einige der Briefe in dem Band sind in allen drei alten Sprachen, also Latein, Griechisch und Hebräisch geschrieben, wobei der Rezensent, der diese Sprachen beneidenswerterweise ebenfalls zu beherrschen scheint, nicht hinzusagt, ob die Zitate für das ungebildetere Publikum in der vorliegenden Ausgabe auch übersetzt sind. Zum Band selbst sagt er nur, dass er von den Herausgebern gründlich kommentiert worden sei.
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