Aus dem Amerikanischen von Thomas Mohr. In Kansas wird eine von allen geachtete Familie auf ihrer Farm "kaltblütig" ermordet. Panik ergreift die Bürger der nahen Kleinstadt. Die beiden Täter werden schnell gefaßt. Der Autor besucht sie im Gefängnis und notiert alles, was sie ihm berichten. Sein aufregender Tatsachenroman ist Beitrag zur Psychologie des Verbrechens.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.07.2007
Kaum ein gutes Haar kann Rezensent Reinhard Helling an der Neuausgabe der Werke Truman Capotes lassen, die der Verlag "Kein und Aber" derzeit bestellt. Bei Capotes Recherche "Kaltblütig" ist ihm dies besonders aufgestoßen: Die alte Übersetzung von Kurt Heinrich Hansen von 1966 findet der Rezensent völlig in Ordnung, warum also neu übersetzen? Und wenn, warum kommt die Neuübersetzung von Thomas Mohr nicht mehr als nur "eine Spur frischer" daher? Auch was die Edition betrifft, kann Helling keinen Mehrwert entdecken. Wo ist das Nachwort, das die Recherchen von Capote und Harper Lee ins rechte Licht rückt? Nein, das alles hat den Rezensenten nicht überzeugt und so nennt er die gesamte Werkausgabe ein "Luxusprodukt, dem für wirklich Klasse das nötige Extra fehlt".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.05.2007
In ihrer Hommage auf den derzeit hoch im Kurs stehenden Truman Capote kommt Maike Albath auch auf seinen größten Erfolg zu sprechen, der Reportage "Kaltblütig", die der Verlag Kein & Aber in einer neuer Übersetzung herausgegeben hat. Albath ist dankbar dafür, denn sie hält diese nicht nur für "schwungvoll" und "präzise", sondern glaubt auch, dass sie dem Werk seine "ursprüngliche Brisanz" zurückgeben wird. Albath kann ihren Schauder kaum verhehlen, den sie bei der Wiederlektüre des Buches empfunden hat: Literarisch kompromisslos und journalistisch wegweisend, aber moralisch zweifelhaft habe sich Capote den zwei verurteilten Mördern einer Farmerfamilie genähert, die im Gefängnis auf ihre Hinrichtung warteten. Die beiden Seiten dürften sich gegenseitig benutzt haben, doch der "Vamipirismus", den Capote hier an den Tag legte (er hoffte auf die Hinrichtung, um sein Buch beenden zu können), schlug zurück, wie Albath weiter schreibt: Capote sollte sich nie wieder von dem moralischen Dilemma erholen, in das er sich hinein gestürzt hatte, und er schrieb nie wieder so ein gutes Buch.
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