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Klappentext
Aus dem Englischen und mit einem Nachwort von Daniel Göske. Mit einer herbstlichen Zugfahrt beginnt Derek Walcott sein großes Spätwerk. Der Augenblick der Leere, des Wartens, löst eine innere Reise aus, die durch weite geografische und geistige Landschaften führt: von Greenwich Village bis zu den Alpen, von Italien bis nach Deutschland. Doch hinter allem steht das Bild von Walcotts Heimatort St. Lucia und der lebendigen See. Derek Walcott hat ein großes Epos geschaffen, das ausgespannt ist zwischen einem erschöpften Europa und der neuen Welt, zu der der Wanderer zurückkehren muss, um seine eigene poetische Existenz wiederzufinden.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.08.2007
Begeistert, beeindruckt, berührt ist Rezensent Heinrich Detering von diesem gewaltigem Versepos Derek Walcotts über die weite, lange Reise eines Dichters. Bewundernd äußert er sich über die ästhetische Souveränität des Autors, mühelos zwischen metrisch geregelten und freien, gereimten und reimlosen Versen zu wechseln. Auch schreibt er ihm zugute, intensive, sinnliche Bilder zu finden, Leitmotive kunstvoll zu verweben und verschiedene Genres wie essayistische Passagen, Hymnen, Fragmente, Geschichts- und Landschaftsgedichte zu verbinden. Er würdigt das Werk als eine "große Erzählung", als ein "Weltgedicht", das von den Stadien des menschlichen Lebens, der Alten und der Neuen Welt, von Biografie und Geschichte erzählt. Neben Passagen, die mit eindringlichen Bilder des geschichtlichen Schreckens, der Verlorenheit und Verzweiflung berühren, findet Detering in dem Band immer wieder Gedichte, in denen das "reine Glück" spürbar werde, "bestürzend gegenwärtig und ansteckend". Mit hohem Lob bedenkt er auch Daniel Göske, dessen "dichte, präzise und musikalisch geschmeidige" Übersetzung er nicht genug rühmen kann.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.06.2007
Ohne Abstriche kann Jürgen Brocan den autobiografisch inspirierten Gedichtband von Derek Walcott empfehlen. Die teils sehr persönlichen Texte schöpften ihre literarische Bedeutung aus einer "ungeheuer raffinierten" Ästhetik. Die Form schafft aus kleinen Beobachtungen "große Dichtung" für Genießer, wie Brocan zufrieden feststellt. Inhaltlich geht es um Gegensätze wie Natur und Kultur oder Kunst und Wirklichkeit. Gut gefällt Brocan außerdem die angenehme Selbstironie Walcotts, das profunde Nachwort und die gelungene Übersetzung durch Daniel Göske.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.05.2007
Einen Unterschied zwischen Derek Walcotts epischem Reisegedicht und seinem Vorbild, die Odyssee, sieht Rezensent Burkhard Müller im modernen Raum-Zeit-Verhältnis. Odysseus habe nur den Raum durchquert, Walcotts Reisegedicht hingegen durchmesse die Zeit, die Erfahrungen eines nun siebzigjährigen Lebens. Es beginne mit einer Eisenbahnfahrt in den USA, dann gehe es über New York nach Europa, zu Erinnerungen an Studentinnen in Italien, schön wie bei Botticelli. Der Boulevard "Unter den Linden" als Synonym für Deutschland werde besucht mit Schokolade, Zöpfen und Schuld "in all dem Grün". Schließlich kehre das Gedicht gewissermaßen heim zu Derek Walcotts Herkunftsort St. Lucia in der Karibik. All dies werde "lässig" erzählt, nicht ohne Melancholie in variationsreichen jambischen Rhythmen. Der deutschen Übertragung bescheinigt der Rezensent "erheblichen Erfolg", auch wenn er mit der notwendigen Silbenvermehrung sowie den inhaltlichen Anpassungen nicht ganz glücklich ist.
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