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zuletzt aktualisiert 22.03.2010, 09.20 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Jürgen Brater

Wir sind alle Neandertaler

Warum der Mensch nicht in die moderne Welt passt

Cover: Wir sind alle Neandertaler

Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN-10 3821856416
ISBN-13 9783821856414
Gebunden, 225 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

So macht Naturwissenschaft Spaß: verblüffende Tatsachen über den Steinzeitmenschen, der in uns allen schlummert - und der in den überraschendsten Situationen das Kommando über unser Handeln übernimmt. Wir fliegen mit Schallgeschwindigkeit um die Erde, werden im Auto von einem elektronischen Beifahrer begleitet und speichern auf kleinen silbernen Scheiben ganze Bibliotheken. Was sich jedoch so gut wie überhaupt nicht verändert hat, ist der Mensch. Was unsere Anlagen, Empfindungen, Wünsche und Reaktionen angeht, unterscheiden wir uns kaum von unseren steinzeitlichen Vorfahren. Wir alle sind nichts weiter als Steinzeitwesen in einer Umgebung, der wir im Grunde nicht gewachsen sind. Der Mediziner Jürgen Brater zeigt in seinem anschaulichen Buch, wo der Neandertaler überall durchscheint, und liefert verblüffende Antworten auf Fragen wie "Warum haben so viele von uns Gewichtsprobleme?" - "Warum sind Arztpraxen so und nicht anders eingerichtet?" - "Warum schaudert uns beim Fingernagel, der über die Tafel kratzt?" - "Warum kaufen Männer ungern Kleidung?" und "Warum brauchen Frauen so lange im Bad?".

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.05.2007

Herzlich wenig Sympathie hat der Rezensent Burkhard Müller für den Versuch Jürgen Braters, die atavistischen Seiten menschlichen Verhaltens aus unserer Neandertaler-Herkunft herzuleiten. Das fange ja schon damit an, dass der Neandertaler kein direkter Vorfahr des heutigen Menschen war - aber griffig müsse es halt klingen. Schlimmer aber findet Müller, dass die ganzen Herleitungen überaus simpel und unsubtil funktionieren - und meist so, dass die Klischees von heute auf die Vergangenheit projiziert werden, um - nur zum Beispiel - die Geschlechtertypologien der Gegenwart zu erklären. Was dabei herauskomme, sei nicht mehr als im Grunde sehr ärgerlicher "Schmunzeldarwinismus". Der Erkenntniswert der "gutgelaunten Schludereien" geht nach Meinung des Rezensenten entsprechend wohl gegen Null.

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08.03.2010: Passend zum 8. März: Necla Kelek kämpft in ihrem neuen Buch für eine aufgeklärte Lesart des Koran, informiert über Entstehung und Hintergründe und stellt fest: Auf den Koran kann sich nicht berufen, wer für Kopftuch und fünf Pflichtgebete am Tag plädiert. Lesen Sie hier ein Kapitel aus "Himmelsreise". Mehr lesen

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