Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
In den entwickelten Gesellschaften haben sich die durchschnittlichen Realeinkommen in den vergangenen 50 Jahren vervierfacht oder sogar verfünffacht. Die heutigen Waren und Dienstleistungen gleichen kaum mehr denen, die vor 50 oder 100 Jahren existierten. Nicht nur der Umfang, sondern auch das "Wo und Wie" des Konsumierens und Produzierens haben sich radikal verändert. Dennoch stammen viele unserer wichtigsten Vorstellungen von den Eigenschaften des Marktes und unserem angeblich typischen Marktverhalten aus einer Welt, die keinen verbreiteten Wohlstand und kein allgemeines Bildungswesen, sondern nur ausgesprochene Armut, umfassende Machtlosigkeit, verbreiteten Hunger und Analphabetismus kannte. Diesen Widerspruch versucht die vorliegende Studie zu analysieren.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.07.2007
Hans-Willi Weis hat dieses Buch mit großem Gewinn gelesen. Der Soziologe Nico Stehr legt darin dar, dass Markt und Moral durchaus miteinander vereinbar sind, wofür ihm der wachsende Anteil an Umwelttechnologien und Bioprodukten als Beipiel dient. Damit setzt sich Stehr für den Rezensenten wohltuend vom ökonomischen Determinismus der Volkswirtschaftler und Neomarxisten ebenso wie der Klage über den Werteverfall durch konservative Kulturkritiker. Stattdessen kehre er zurück zu Adam Smith, der schließlich auch angetreten war, Ökonomie und Moralphilosophie miteinander zu verbinden. Ein wenig skeptisch bleibt Rezensent Weis allerdings in der Freiheitsfrage: er fürchtet, von einer "moralisch unbedenklichen Wertschöpfungskette" noch mehr in Beschlag genommen zu werden.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.05.2007
Rezensent Peter Bendixen schätzt besonders die wissenschaftliche Zurückhaltung des Autors, keine "vorschnellen" Folgerungen aus seiner Analyse zu ziehen. Zunächst einmal würde Nico Stehr die bekannte These von der Moralisierung der Märkte theoretisch einordnen in die weit zurück reichenden Positionen sowohl des "ökonomischen Determinismus" als auch von deren gesellschaftskritischen Widersachern. Beide Standpunkte, referiert der Rezensent, gingen an der empirischen Realität des Konsumentenverhaltens jedoch vorbei, das sich dank Zunahme an Wohlstand und Wissen verändert habe. Jeder empirische Marktforscher wisse hingegen, dass sich eine Art von "Gemeinschaftshandeln" herausgebildet habe, dass von einer "wissensbasierten Lebensführung" heutiger Konsumenten bestimmt sei. Nico Stehr verweise hier auf den zunehmenden Markt mit ökologischen Produkten. Der Rezensent vermisst allerdings die Frage, welche auch kulturellen Veränderungen für die neuen Lebensmuster relevant seien, reines Wissen würde ja nicht allein zu verändertem Verhalten führen. Insgesamt aber trumpfe der Autor mit vielen "bemerkenswerten" Überlegungen auf, die nicht nur für den Fachsoziologen von Interesse seien.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Peter Nadas: Parallelgeschichten
Aus dem Ungarischen von Christina Viragh. 1989, im Jahr des Mauerfalls, findet der Student Döhring beim Jogging ...
Klaus-Michael Bogdal: Europa erfindet die Zigeuner
Geborene Diebe und Lügner, Gefährten des Satans, Waldmenschen, unzähmbare Wilde, eine Bande von ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








