Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Lars Immerthal

Der Unternehmer

Zum Wandel von Ethos und Strategie des Unternehmertums im Ausgang der Moderne. Diss.

Cover: Der Unternehmer

Wilhelm Fink Verlag, München 2007
ISBN-10 3770542371
ISBN-13 9783770542376
Gebunden, 430 Seiten, 49,90 EUR

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Klappentext

Lars Immerthals Buch beschreibt den Wandel des Begriffs und der Vorstellung vom Unternehmer aus einer wirtschaftsphilosophischen Perspektive. Dieser Wandel bezieht sich dabei insbesondere auf Vorstellungen vom Unternehmertum, die noch heute von den sogenannten Klassikern der Moderne geprägt sind. Ein solches Unternehmerethos oszilliert zwischen Zukunftsvorsorge, Verantwortung, Paternalismus, Risiko- und Innovationsbereitschaft sowie bindungslosem oder gar verantwortungslosem Nomadentum, das den Unternehmer als Fremden in der eigenen Gesellschaft begreift. Ein solches modernes Ethos orientiert sich in seiner Beschreibung des Unternehmers an einem Individualakteur, der in den verschiedenen theoretischen Ansätzen als Pionier, Kapitalist, Risikoträger, Kommunikator oder Arbitrageur auftritt. Diese Vorstellungen vom Unternehmer und Unternehmertum werden insbesondere durch die Bezugnahme auf die Begriffe des Risikos und der Innovation in Frage gestellt und dekonstruiert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.12.2007

Nach längeren Exkursen über Adam Smith und Joseph Schumpeter und deren Begriffe der "unsichtbaren Hand" und der "schöpferischen Zerstörung" kommt Andreas Platthaus auch auf die vorliegende Dissertation zu sprechen, die kühn genug zu sein scheint, um sich in eine Reihe mit diesen theoretischen Vorvätern zu stellen. Ob Immerthal allerdings einen ähnlich prägnanten Begriff prägt, wird aus der Rezension nicht deutlich - denn der Begriff "Bricolage", mit dem Immerthal zu operieren scheint, stammt schließlich von Claude Levi-Strauss. Es scheint, als zeichne Immerthal eine größere Skepsis über die Autonomie des Schaltens und Waltens beim Unternehmer aus, als es bei den besagten Vorvätern der Fall war. Platthaus zitiert zum Abschluss seiner Kritik Immerthals Frage "Wie können wir also noch vom Unternehmer und vom Unternehmertum sprechen?" Aus der Lektüre der Kritik ist man hier allerdings nicht schlauer geworden.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.11.2007

Rezensent Peter Bendixen begrüßt diese Studie über den Unternehmer, die Lars Immerthal vorgelegt hat. Er findet darin eine in die philosophisch, ökonomisch und soziologische Denktradition eingebundene, überaus detailreiche Beschreibung der Entwicklung der Figur des Unternehmers. Besonders interessant scheint ihm die Auseinandersetzung mit den klassischen, von Max Weber und Joseph A. Schumpeter herkommenden Vorstellungen des freien, eigenständigen, individuellen, ethisch handelnden Unternehmers. Instruktiv findet er besonders Immerthals Betonung des Unternehmers als Fremden in der eigenen Gesellschaft. Der Autor führt für Bendixen überzeugend vor Augen, dass die klassischen Vorstellungen des Unternehmers heute nicht mehr tragen. So habe sich einerseits der Raum der Möglichkeiten durch die Globalisierung erweitert, andererseits seien Unternehmer heute mehr denn je in überindividuelle Strukturen des Wirtschaftsgeschehens eingebunden. Das Buch scheint Bendixen nicht gerade leichte Kost, erfordert es doch die Bereitschaft, dem Autor bei seinen oft abstrakten Gedankengängen zu folgen. Gleichwohl ist das Buch für Bendixen "lesens- und bedenkenswert".

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren