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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Antonio Lobo Antunes

Einen Stein werd ich lieben

Roman

Cover: Einen Stein werd ich lieben

Luchterhand Literaturverlag, München 2007
ISBN-10 3630872166
ISBN-13 9783630872162
Gebunden, 670 Seiten, 24,95 EUR

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Klappentext

Aus dem Portugiesischen von Maralde Meyer-Minnemann. Vom Sprachmagier der Weltliteratur: wie grausam ist es, vergeblich zu lieben.Eine verzweigte Familiengeschichte aus Lissabon, in der alle Mitglieder zu Wort kommen und ihre Version eines stets vertuschten Skandals erzählen: Fünfzig Jahre lang hat sich der Vater mit seiner Jugendliebe einmal in der Woche heimlich in einem Stundenhotel getroffen, und dort ist er auch gestorben. Alle haben es gewusst, nie wurde darüber gesprochen, aber jeder hat auf seine Weise darunter gelitten.Ein alter Mann blättert im Familienalbum und rekonstruiert anhand der Photographien sein Leben: Da ist der Vater, der nach Frankreich verschwand, der Vetter, der seiner schwermütigen Mutter vergeblich Avancen machte und sich nach Amerika absetzte, die Hochzeit mit einer ungeliebten Frau, der Umzug in eine Stadtwohnung, die der Patin seiner Mutter gehörte und in der eine ältliche, unscheinbare Näherin lebte, die er ins Altenheim schickte, obwohl sie die Tochter der Patin war.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.10.2007

Meike Fessmann erkennt im jüngsten Roman des portugiesischen Autors Antonio Lobo Antunes nicht nur eine zurückhaltende Liebesgeschichte, sondern er stellt für sie auch ein Anschreiben gegen die Sentimentalität und die Angst des Schriftstellers vor dem Tod dar. Der portugiesische Autor erzählt von einem Mann, der während seiner 52 Jahre währenden Ehe wöchentlich seine Geliebte trifft, bei der er schließlich auch stirbt. Beschreibt Antunes die Familiengeschichte zunächst anhand von zehn Fotos, erzählt er im zweiten Kapitel aus fünf Therapiesitzungen der Geliebten bei ihrem Psychiater. Im dritten Kapitel werden mehrere Altersheimbesuche und im letzten Kapitel schließlich werden die Treffen mit der Geliebten im Stundenhotel geschildert, erklärt die Rezensentin die Konstruktion des Romans. Sie bewundert auch in diesem Buch, wie gelungen der Autor das legendäre Gefühl des portugiesischen Weltschmerzes, die "Saudade" einfängt, die die Erinnerungen der Protagonisten einfärbt. Gleichzeitig aber schreibt Antunes mit diesem Roman, wie sie glaubt, einmal mehr gegen die Angst an, durch den Tod plötzlich vom eigenen Schreiben abgeschnitten zu sein, eine Angst, die mit jeden Buch wieder gebannt werden will.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.04.2007

Jedes Kapitel ein langer Satz einer endlosen Leidensgeschichte, beschreibt Rezensent Anton Thuswaldner die Form des Romans, die ein "Gigant" wie Antonio Lobo Antunes so ernst nehme wie den erzählten Stoff selbst. Der Autor greife zwar zur althergebrachten Form des Familienromans, doch erzählten bei ihm die verschiedenen Stimmen nicht davon, wie es war, sondern davon, wie die Vergangenheit die Erinnerung diktiere oder vice versa. Als "Zwangsgemeinschaft" unglücklicher Seelen beschreibt der Rezensent die Familiengeschichte bei Antunes, die manisch um ein offenes Geheimnis des Patriarchen kreise, eine Geliebte, die nie erwähnt, aber immer anwesend war. Erst in den Selbstgesprächen der einzelnen Kapitel breche im Rückblick dieser "Kerker der Verschwiegenheit" auf, denn diese eine Lüge habe sich in aller Leben fortgepflanzt. Eine der Töchter erinnere sich beispielsweise daran, als Kind "ohnmächtig vor Angst vor der Sünde" gewesen zu sein. Neben solchen ins Mark gehenden und gleichzeitig ausweglosen Geschichten, so der Rezensent, sei so mancher heutiger Roman doch "brave Kinderliteratur".

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

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02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

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