Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ines Pedrosa

Du fehlst mir

Roman

Cover: Du fehlst mir

Luchterhand Literaturverlag, München 2004
ISBN-10 3630871593
ISBN-13 9783630871592
Gebunden, 260 Seiten, 20,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Portugiesischen von Maralde Meyer-Minnemann. Die Erinnerung an ein Lächeln, die Lebendigkeit von Gesten, bestimmte Worte und schon steht der geliebte Mensch, die schmerzlich vermisste Freundin vor dir. Der Tod ist für kurze Zeit überwunden. In ihrem neuen Roman geht Ines Pedrosa noch einen Schritt weiter und verlässt das Terrain der beweisbaren Fakten, um die Macht der Gefühle intensiver und mit allen Sinnen erfahrbar zu machen. Eine junge Geschichtsdozentin und ein älterer Gasthörer lernen sich in ihrem Seminar an der Lissabonner Universität kennen, und trotz ihrer vollkommen unterschiedlichen Charaktere entsteht zwischen ihnen eine innige Freundschaft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.07.2004

Eine lebenslange Seelenverwandtschaft oder Herzensverbundenheit, die gar über den Tod hinausgeht, ist ein altes literarisches Motiv, das die portugiesische Autorin Ines Pedrosa in einer modernen Variante aufnimmt, stellt uns Gisa Funck den Roman "Du fehlst mir" vor. Zwei füreinander bestimmte Menschen entdecken zu spät - definitiv zu spät, weil erst nach dem Tod des weiblichen Parts - , dass sie zusammengehörten, zusammenpassten. Beide haben ihr Lebensglück verfehlt, so Funck, und kommunizieren nun in einem fiktiven Dialog, sozusagen zwischen Himmel und Erde, über das gewesene und verpasste Leben. Das Schöne an diesem Dialog ist, meint Funck, dass er komisch ist, die Eitelkeiten, gegenseitigen Lügen und Verletzungen nicht ausspart. Eine wahre "Fundgrube für Sentenzen" sichtet Funck im Roman. Ihrer Meinung nach hat die Autorin ein - bei aller Wehmut - nie kitschiges und couragiertes Plädoyer gegen die allgemeine Tendenz zur Verdrängung des Todes und seiner Tröstungsrituale verfasst, auch wenn sie manchmal durch ihr stetes Abschweifen in die Vergangenheit die Handlung ins Stocken geraten lasse, gesteht Funck, und auch die Spiegel-Perspektive der beiden Stimmen nicht genügend herausgearbeitet worden sei.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.07.2004

Viel anfangen kann der Rezensent mit dem Kürzel "kru." mit diesem Roman nicht. Zwar weckt das ungewöhnliche Design sein Interesse: es gibt zwei Mal 50 Kapitel - die eine Hälfte ist durchgängig in Kursivschrift gesetzt - in denen ein Mann und seine tote Freundin einander noch einmal detailliert ihre jeweilige Sicht über die gemeinsame Zeit mitteilen. Doch richtig spannend scheint der Rezensent das nicht zu finden. Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem Sex: "In dieser Weise investiert der voluminöse Roman viel Energie in die - letztlich müßige, da definitiv entschiedene - Frage: Wollen sie, oder wollen sie nicht?".

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.05.2004

Der Portugiesin Ines Pedrosa ist es mit "Du fehlst mir" gelungen, "ein im besten Wortsinne romantisches Buch" zu schreiben, ohne jede Ironie und doch ohne dem ständig lauernden Kitsch zu verfallen, schreibt der Rezensent Sebastian Handke. Und das ist seiner Meinung nach ein kleines Kunststück, beschreibt Pedrosa doch die Gespräche zweier Liebenden über den Tod der Geliebten hinaus. Der Wortwechsel beginnt, so Handke, mit ihrem Tod, und lange nachdem die Wege der jungen Geschichtsdozentin und ihres sechzigjährigen Gasthörers auseinandergingen. Und was zunächst erscheine wie das nie stattgefundene "Trennungsgespräch", entwickle sich in der komplizenhafte Retrospektive zu einer neuen Liebe. Besonders eingenommen hat den Rezensenten die "konzentrierte Eleganz" dieses "langsamen Tanzes liebender Autisten", dessen intensive Sprache sich über die recht große Unterschiedlichkeit der beiden Charaktere (auch hinsichtlich ihres gegenwärtigen "Aggregatzustandes") hinwegsetzt. Mit dem Ende ist der Rezensent zwar nicht ganz zufrieden, stellt aber zugleich die Frage, wie ein solches Buch überhaupt stimmig enden könnte.

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