Marie-Aude Murail

Simpel

(Ab 12 Jahre)
Cover: Simpel
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN 9783596852079
Kartoniert, 304 Seiten, 13,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Tobias Scheffel. Simpel spielt gern mit Playmobil. Er sagt: "Hier sind alle total blöd", wenn hier alle total blöd sind, und er kann total schnell zählen: 7, 9, 12, B, tausend, hundert. Simpel ist zweiundzwanzig Jahre alt, doch mental ist er auf der Stufe eines dreijährigen Kindes. Gut, dass sich sein siebzehnjähriger Bruder um ihn kümmert. Doch Simpel zu betreuen ist alles andere als simpel. Und als die beiden Brüder in eine Studenten-WG ziehen, da wird es erst recht kompliziert. Doch nach anfänglichem Misstrauen können die Mitbewohner gar nicht anders, als Simpel ins Herz zu schließen!

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.06.2007

Angelia Overath zeigt sich in ihrer Kurzkritik bezaubert von der Hauptfigur Simpel, dem behinderten Bruder des 17-jährigen Colbert, der in Marie-Aude Murails Jugendroman eine Studenten-WG in Paris durcheinander bringt. Die Rezensentin findet dieses Jugendbuch anrührend und witzig zugleich und freut sich, dass es mit den darin erzählten gleichermaßen skurrilen wie klärenden Aktionen des behinderten Simpel die engen Grenzen der schnöden Vernunft zu transzendieren vermag.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.03.2007

Der Hauptfigur von Marie-Aude Murail, dem geistig behinderten Simpel, werden die Herzen seiner jugendlichen Leser zufliegen, da ist sich Barbara von Korff Schmising sicher. Auch sie scheint vom Charme des Jungen, der mit seinem Bruder in eine Pariser Wohngemeinschaft zieht, wo es zu allerlei Verwicklungen in Liebesdingen kommt, sehr eingenommen und sie beschreibt ihn als schonungslos aufrichtig mit einem Hang zum Chaos. Die französische Autorin zeige sich als Meisterin im Konstruieren von scheinbar unauflösbaren Problemen, die immer wieder in "Slapstick-Szenen" einmünden, amüsiert sich die Rezensentin, die aber auch darauf hinweist, dass Simpel bei aller Komik, mit der er geschildert wird, ein von einem Heimaufenthalt traumatisierter Jugendlicher ist. Aus dieser Ambivalenz gewinnt das Buch dann auch seine "Spannung", lobt Korff Schmising fasziniert.

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