Zur Historiographie eines umstrittenen Kolonialkrieges. Tagebuchaufzeichnungen aus dem Herero-Krieg in Deutsch-Südwestafrika 1904 von Georg Hillebrecht und Franz Ritter von Epp
Mit Faltkarte, 23 Schwarzweiß-Fotos, einer Skizze, sowie Orts- und Personenindex. Das vorliegende Werk präsentiert die Tagebücher zweier deutscher Zeitzeugen des Herero-Aufstandes in Deutsch-Südwestafrika aus dem Jahre 1904. Der Herausgeber, Andreas E. Eckl, gelangte vor über vier Jahren an das "Afrikanische Tagebuch" von Georg Hillebrecht, das dieser in der Zeit seines Einsatzes als Oberarzt der Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika im Krieg mit dem Volk der Herero führte. Es handelt sich um ein Echtzeittagebuch, also um Aufzeichnungen, die in unmittelbarer zeitlicher Nähe zu den beschriebenen Situationen und Ereignissen stehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.03.2007
Ein Schuss, der nach hinten losgehe, sei dieser Versuch von Andreas E. Eckl, den Genozid an den Herero als Propaganda zu entkräften. Als Kronzeugen seiner Entschuldung der deutschen Kolonialgeschichte, so Rezensent Jürgen Zimmerer, präsentiere der Autor die Tagebücher zweier deutscher Offiziere, die zur Zeit des eigentlichen Völkermordes schon nicht mehr im Dienst gewesen seien. Und was sie sonst zu berichten hätten, untermauere eher die These von einem gnadenlosen Vorgehen der vermeintlichen deutschen Schutztruppe. Beispielsweise sei Franz Ritter von Epp an der Besetzung von Wasserstellen beteiligt gewesen, einer Strategie, auf die sich die Völkermordthese wesentlich berufe. Und auch sonst, so der Rezensent, bestätigten die Tagebuchberichte das besonders grausame Vorgehen der Kolonialtruppe, das von der Forschung schon lange "belegt" sei. Nur in einem Punkt stimmt der Rezensent dem Autor zu, wenn dieser darauf hinweise, dass es bisher keine differenzierte Studie zu Rezeption und Verhalten der Kolonialtruppen gebe.
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