Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
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Hanno Millesi
Wände aus Papier
Klappentext
Die Familie als Nebeneinander von Beziehungen: Ihre Mitglieder durchlaufen Entwicklungen, sie wachsen, altern, verändern sich, wodurch sich auch die Verhältnisse, die zwischen ihnen bestehen, verändern. Die Empfindungen füreinander wuchern zum Dickicht. Hanno Millesis Kurzgeschichten-Zyklus versammelt unterschiedliche Phänomene dieses Zusammenlebens und beschreibt sie aus der Perspektive von Kindern bzw. Heranwachsenden. Den Protagonisten fehlt es an entscheidenden Parametern, um die Skurrilitäten im Miteinander der Erwachsenenwelt zu begreifen. Sie machen sich ihren eigenen Reim, unternehmen Interpretationsversuche und liegen damit nicht wesentlich weiter daneben als diejenigen, die für diese Zusammenhänge verantwortlich sind. Hier berichten betagte Kinder, die begriffen haben, dass es gilt, die Erwachsenen und ihre merkwürdigen Regeln zu verstehen, mag das auch heißen, alles, was sie bisher an Verständnis angesammelt haben, wieder aufzugeben. Ein bizarres Balancieren zwischen Humor, Groteske und Abgrund.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.03.2007
Lobend äußert sich Rezensentin Daniela Strigl über Hanno Millesis Kindergeschichten. Die Erzählungen, in denen die Kinder ihren Erziehungsberechtigten ausgeliefert scheinen, aus dem befremdlichen Leben der Eltern ausgeschlossen sind oder auch zum Objekt wissenschaftlicher Experimente werden, wirken auf sie irritierend und beklemmend. Vom üblichen Kinderblick in der Literatur, dem meist etwas "mild Erheiterndes" anhafte, sind die Erzählungen in Strigls Augen weit entfernt. Millesi lasse sie die Kinder, die auf das unverständliche elterliche Verhalten meist mit Überanpassung, manchmal aber auch mit perfider Rebellion reagieren, ein "akkurates Bürokratendeutsch" sprechen, das dem Thema alle Gefühligkeit austreibe. Millesis Kinder kommen Strigl vor, "als hätten sie heimlich Kafka gelesen". Und so zwingen sie den Leser, "die Realität nach ihrer Facon zu sehen: als eine wahnwitzige Veranstaltung".
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








