Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Sebastian Brock

Silbersee

Roman

Cover: Silbersee

Mitteldeutscher Verlag, Halle 2006
ISBN-10 3898123863
ISBN-13 9783898123860
Gebunden, 192 Seiten, 18,00 EUR

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Klappentext

Ein junger Arzt hinter Zäunen, Mauern und Gittern. Es ist Konrad Walsers erster Arbeitstag in der Psychiatrischen Klinik am Silbersee. Auf seinem Schreibtisch liegt die Akte eines Neuzugangs: Daniel, der zart aussehende "Mörderengel", wird sein erster Patient. Reglos registriert der junge Arzt, was um ihn herum vorgeht: das Verhalten der Patienten scheint ihn ebenso kalt zu lassen wie die Machenschaften seiner Kollegen. Bis er merkt, dass ihn doch etwas berührt: Daniel, der Mädchenmörder, für den er plötzlich zärtliche Gefühle hegt. "Silbersee" erzählt von Grenzen und Grenzübertretungen, vom Versuch, Nähe und Distanz herzustellen und von dem schmalen Grat, der Schuld und Liebe trennt. Mit einer genauen die Dinge oft ins Absurde verfremdenden Sprache legt Sebastian Brock die Konturen menschlichen und unmenschlichen Verhaltens bloß, wobei das Schreckliche, das Rührende und das Komische nahe beieinander liegen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.03.2007

Andreas Rosenfelder kann dem Debütroman des 1980 geborenen Arztes Sebastian Brock beim besten Willen nichts abgewinnen, was er umso bedauerlicher findet, als dass sich die Verknüpfung von Medizin und Schriftstellerei in der Literaturgeschichte als durchaus fruchtbar erwiesen hat. Im Roman geht es um einen Anstaltsarzt, der sich in einen jungen Mädchenmörder verliebt. Sowohl stilistisch als auch Handlung und Konstruktion betreffend, hätte sich der Rezensent Aufregenderes vorstellen können. Die kurzen Hauptsätze, die detailverliebt jede noch so banale Handlung benennen, findet Rosenfelder genauso öde wie die absehbaren Wendungen in der Geschichte, und wenn er immerhin zugesteht, dass so manches im Roman beschriebene Beziehungsgeflecht Potential hätte, muss er doch auch hier Vorhersehbarkeit und Langeweile beklagen.

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