Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Joachim Walther

Himmelsbrück

Roman

Cover: Himmelsbrück

Mitteldeutscher Verlag, Halle 2009
ISBN-10 3898126021
ISBN-13 9783898126021
Gebunden, 279 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Mittsommernacht. Ostberlin, Anfang der 80er Jahre, die bleierne Zeit in der DDR. Ein Mann, eine Frau, Matti und Ria. Als sie sich begegnen, ist er Ende dreißig, sie Anfang zwanzig. Er eben getrennt, sie frisch verlassen. Eine außergewöhnliche Liebe beginnt. Für ihr Glück wollen sie einen geschützten Ort finden, einen Schutzraum vor den Zumutungen des Staates, der Matti, den Underground-Künstler und Galeristen, kontrolliert und Ria beargwöhnt. Weit weg von der Halbstadt Berlin, in Mecklenburg, nahe dem Dorf Himmelsbrück, entdecken sie ein abgelegenes Bauernhaus: Rückzugsort, Paradiesort, letzte Idylle und Laboratorium ihres Liebesexperimentes zu zweit. Doch dann ist eine Dritte im Bunde: Rias Freundin Lilith, die nächtliche Dunkle. Ein Vierter kommt hinzu: Rias ehemaliger Freund Samos, der strahlende Blonde. Und schon bekommt das Glück Risse, wie das Land DDR, das unaufhaltsam seinem Ende entgegentaumelt. Werden Ria und Matti mitten im Aufbruch der friedlichen Revolution den Untergang ihrer großen Liebe aufhalten können? Joachim Walther stellt die Frage nach dem richtigen Leben im falschen auf überraschende Weise neu.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.01.2010

Obwohl der Rezensent Udo Scheer diesen Roman sichtlich gerne und streckenweise auch fasziniert gelesen hat, fällt sein Urteil insgesamt eher zwiespältig aus. Was viel damit zu tun hat, dass der Autor Joachim Walther sein Buch zwar als historischen DDR-Roman anlegt, sich dann aber trotz in die Gesamtgesellschaft gelegter Fährten doch fast völlig auf eine geradezu klaustrophobische Liebesgeschichte konzentriert, so Scheer. Die Schilderung der Sex-Szenen zwischen dem Enddreißiger Matthias und der Anfangzwanzigerin Ria stehe überdies den "Phantasien altersgeiler Sexisten" nicht wirklich fern. Immerhin kommt, so Scheer, der Mann auch nicht gut dabei weg. Durchaus überzeugende "literarisch starke Passagen" stehen dagegen ebenso auf der Habenseite wie gelegentlich heraufbeschworene "intensive Zeitatmosphäre".

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2009

Joachim Walther erzählt eine Liebesgeschichte aus unruhiger Zeit. Die, die sich lieben lernen, als sie schon nicht mehr ganz jung sind, heißen Ria und Matthias. Sie leben in der DDR, sie ziehen vom Prenzlauer Berg aufs Land, sie richten sich ein in einer Produktionsgenossenschaft in einem Ort namens Himmelsbrück. Der Roman erzählt jedoch davon, wie von der Harmonie des Beginns zuletzt nichts mehr bleibt. Die großen Ereignisse, das Ende der DDR spielen hinein ins Private, den eigentlichen Schaden aber nimmt die Liebe von innen. Was eben nicht heißt, betont Rezensent Wolfgang Schuller, dass Walther nicht auch sehr genau die Lebensumstände der untergehenden DDR zu zeichnen verstehe, Stasi und "Operativvorgang Künstler" inklusive. Spektakulär sei nichts an den "lebensvollen Schilderungen" des Buches. Gerade das aber mache es als weiteres Beispiel für Literatur über den Osten, die gesamtdeutsches Interesse verdient, so lesenswert.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren