Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Mittsommernacht. Ostberlin, Anfang der 80er Jahre, die bleierne Zeit in der DDR. Ein Mann, eine Frau, Matti und Ria. Als sie sich begegnen, ist er Ende dreißig, sie Anfang zwanzig. Er eben getrennt, sie frisch verlassen. Eine außergewöhnliche Liebe beginnt. Für ihr Glück wollen sie einen geschützten Ort finden, einen Schutzraum vor den Zumutungen des Staates, der Matti, den Underground-Künstler und Galeristen, kontrolliert und Ria beargwöhnt. Weit weg von der Halbstadt Berlin, in Mecklenburg, nahe dem Dorf Himmelsbrück, entdecken sie ein abgelegenes Bauernhaus: Rückzugsort, Paradiesort, letzte Idylle und Laboratorium ihres Liebesexperimentes zu zweit. Doch dann ist eine Dritte im Bunde: Rias Freundin Lilith, die nächtliche Dunkle. Ein Vierter kommt hinzu: Rias ehemaliger Freund Samos, der strahlende Blonde. Und schon bekommt das Glück Risse, wie das Land DDR, das unaufhaltsam seinem Ende entgegentaumelt. Werden Ria und Matti mitten im Aufbruch der friedlichen Revolution den Untergang ihrer großen Liebe aufhalten können? Joachim Walther stellt die Frage nach dem richtigen Leben im falschen auf überraschende Weise neu.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.01.2010
Obwohl der Rezensent Udo Scheer diesen Roman sichtlich gerne und streckenweise auch fasziniert gelesen hat, fällt sein Urteil insgesamt eher zwiespältig aus. Was viel damit zu tun hat, dass der Autor Joachim Walther sein Buch zwar als historischen DDR-Roman anlegt, sich dann aber trotz in die Gesamtgesellschaft gelegter Fährten doch fast völlig auf eine geradezu klaustrophobische Liebesgeschichte konzentriert, so Scheer. Die Schilderung der Sex-Szenen zwischen dem Enddreißiger Matthias und der Anfangzwanzigerin Ria stehe überdies den "Phantasien altersgeiler Sexisten" nicht wirklich fern. Immerhin kommt, so Scheer, der Mann auch nicht gut dabei weg. Durchaus überzeugende "literarisch starke Passagen" stehen dagegen ebenso auf der Habenseite wie gelegentlich heraufbeschworene "intensive Zeitatmosphäre".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2009
Joachim Walther erzählt eine Liebesgeschichte aus unruhiger Zeit. Die, die sich lieben lernen, als sie schon nicht mehr ganz jung sind, heißen Ria und Matthias. Sie leben in der DDR, sie ziehen vom Prenzlauer Berg aufs Land, sie richten sich ein in einer Produktionsgenossenschaft in einem Ort namens Himmelsbrück. Der Roman erzählt jedoch davon, wie von der Harmonie des Beginns zuletzt nichts mehr bleibt. Die großen Ereignisse, das Ende der DDR spielen hinein ins Private, den eigentlichen Schaden aber nimmt die Liebe von innen. Was eben nicht heißt, betont Rezensent Wolfgang Schuller, dass Walther nicht auch sehr genau die Lebensumstände der untergehenden DDR zu zeichnen verstehe, Stasi und "Operativvorgang Künstler" inklusive. Spektakulär sei nichts an den "lebensvollen Schilderungen" des Buches. Gerade das aber mache es als weiteres Beispiel für Literatur über den Osten, die gesamtdeutsches Interesse verdient, so lesenswert.
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