Bücherschau der Woche
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Klappentext
Mit 60 Fotos und 16 Bildtafeln. Eva Hesse wurde mit ihren sinnlichen Gemälden und Skulpturen berühmt und nach ihrem frühen Krebstod zum Mythos verklärt. Sie war kaum drei Jahre alt, als sie von Hamburg aus per Kindertransport dem Nazireich entkam. Ihre Eltern durften Deutschland erst drei Monate später verlassen. Ihre Mutter ertrug das Leben in New York nicht, wo Eva aufwuchs. Sie brachte sich um. Dieser Alptraum bedrückte die Künstlerin zeitlebens. Weil sie zwar berührbar schwach, aber ebenso unberührbar stark war, eroberte sie, Frau allein unter Männern, die Kunstszene. Die Biografie der schönen Künstlerin ist eine spannende deutsch-jüdische Geschichte, vor allem aber eine über die Sehnsucht einer jungen Frau nach der Liebe ihres Lebens.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 27.09.2007
Rezensentin Elke von Radziewsky weiß nach Lektüre dieser Biografie nicht so recht, was Michael Jürgs an Eva Hesse eigentlich interessiert hat. Über ihre Kunst las sie wenig, und was Jürgs dazu schreibe, seien eher Zitate, von Kaspar König zum Beispiel. Auch zitiere Jürgs aus Tagebüchern und Aufzeichnungen der Künstlerin, einer jüdischen Emigrantentochter aus Hamburg, die von Panikattacken und diffusen Gefühlen und der emotionalen Unbehaustheit in der New Yorker Boheme erzählen. Ansonsten nähere sich Jürgs der Frühverstorbenen eher wie einer verschollenen Bekannten, spreche mit Weggefährten, Freunden, Kritikern und Galeristen und schaue in ihre Wohnzimmer. Als gäbe es dort etwas, das noch Eva Hesses Nähe trage. Das scheint streckenweise nicht ganz reizlos zu sein. Abendfüllend findet es die Rezensentin augenscheinlich trotzdem nicht. Dabei hätte der Stoff aus ihrer Sicht das Zeug für ein Melodram in New Yorker Künstlerkreisen gehabt.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.07.2007
Kein gutes Haar lässt Brigitte Werneburg an Michael Jürgs Biografie der jung verstorbenen, aber höchst einflussreichen Künstlerin Eva Hesse. Es beginnt schon damit, dass aus dem Buch nicht hervorgeht, was Jürgs an dieser eigentlich interessiert. Über das Werk erfahre man ohnehin wenig, auf Jürgs' "ebenso altbackenes wie naives Verständnis von Kunst" will Werneburg gar nicht näher eingehen. Ein einziges Ziel des Verfassers hat die Rezensentin dann doch ausgemacht, nämlich den Versuch, die Künstlerin aus den Händen ihrer feministischen Interpretinnen zu befreien. Leider beschränke sich Jürgs dabei aber aufs Suggerieren, überzeugende "Belege" oder Gegenvorschläge gebe es nicht. Diese Biografie ist auf so langweilige Weise misslungen, darf man wohl resümieren, dass sie noch nicht mal ein Ärgernis ist.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.03.2007
Regina Wywoll hat gut aufgepasst bei der Lektüre und gibt uns ein fabelhaftes Resümee der aufregenden Lebensgeschichte der Künstlerin Eva Hesse. Michael Jürgs, so entnehmen wir der Rezension, gelingt Ähnliches mit seinem auf "seltene Materialfülle" und jede Menge Zeitzeugenberichte zurückgreifenden Buch. Die Rezensentin bewundert, wie sich der Autor zwischen deutscher und New Yorker Zeit- und Kunstgeschichte bewegt. Ein bisschen gehetzt fühlt sich Wywoll gleichwohl, "mixt" Jürgs doch Fotos, "leidenschaftlichen Journalismus" und "gelungene Miniaturen" gerade so atemlos, wie Hesses Leben verlaufen sein mag.
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