Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Mit einer Einleitung von Heike B. Görtemaker (2006), einer Rezension von Theodor Heuss (1946) und Fotografien von Margret Boveri. Neuausgabe der vielbeachteten Streitschrift aus dem Jahre 1946 über die historischen Hintergründe der amerikanischen Besatzungspolitik ("Ein Versuch, Unverstandenes zu erklären"). Mit unveröffentlichten Fotos, die Margret Boveri eigenhändig 1940/41 in den USA aufnahm und mit der Rezension, die der spätere erste Bundespräsident Theodor Heuss in der Rhein-Neckar-Zeitung veröffentlichte.
Margret Boveri stellt zwei Elemente der amerikanischen Besatzungspolitik, die hohe Wertschätzung für die Emigration und die Umerziehung, in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen und zeigt, dass beide nur aus der Entstehung der Vereinigten Staaten heraus zu begreifen sind. Boveri erkennt den Hauptschuldvorwurf der Amerikaner darin, dass die Deutschen nicht massenhaft zu "Pilgern" geworden seien, und sieht in der Umerziehung ursprünglich einen notwendig rigiden inneramerikanischen Assimilationsprozess, der die Schaffung eines neuen Menschentyps, ja eines neuen Volkes, überhaupt erst möglich gemacht habe.
Margret Boveri gab mit dieser Schrift jenem Deutschland eine repräsentative Stimme, das ihrer Meinung nach unbeschadet aus dem Nationalsozialismus hervorgegangen war, das Entnazifizierung und Reeducation als unnötig und als Affront empfand. Nachträglich mutet es einigermaßen erstaunlich an, dass das Buch mit seinem Appell an die Verantwortung für das eigene Erbe im Sinne Rilkes die alliierte Zensur passieren konnte. Bis Juli 1947 waren mindestens 40.000 Exemplare verkauft. Ernst Jünger bedankte sich bei Margret Boveri für die "höchst intelligente Schilderung der Vereinigten Staaten und ihrer Bewohner". Während die amerikanische bzw. die von der amerikanischen Militärregierung herausgegebene Presse unterschiedlich auf das Buch reagierte, war die Reaktion der amerkanischen Regierung eindeutig: Margret Boveri erhielt fünf Jahre lang kein Visum für die Vereinigten Staaten.
Rezension Perlentaucher
Margret Boveri (1900 - 1975) war eine der bekanntesten deutschen Journalistinnen ihrer Zeit. Es ist gut, dass ihre "Amerikafibel" wieder herausgebracht wurde, jenes 1946 erschienene Buch, in dem sie den Deutschen Amerika, die amerikanische Demokratie und die Amerikaner erklärte. Sie war in Deutschland aufgewachsen, kannte aber die andere Seite gut. Sie war nicht nur Tochter einer Amerikanerin, sondern zuletzt auch von 1940 bis 1942 als Korrespondentin der Frankfurter Zeitung in den USA gewesen. Nach Pearl Harbour (7. Dezember 1941) war sie interniert worden und danach ins Reich zurückgekehrt. Ihr Buch ist souverän nicht nur gegenüber den Deutschen, sondern auch gegenüber der Besatzungsmacht...
Lesen Sie mehr in Arno Widmanns 'Vom Nachttisch geräumt'
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








