Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 09.02.2012, 20.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Detlef Siegfried

Time is on my side

Konsum und Politik in der westdeutschen Jugendkultur der 60er Jahre

Cover: Time is on my side

Wallstein Verlag, Göttingen 2006
ISBN-10 3835300733
ISBN-13 9783835300736
Gebunden, 840 Seiten, 49,00 EUR

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Klappentext

Der gesellschaftliche Wandel in den 60er Jahren wurde besonders stark von einer jugendlich geprägten, häufig polarisierenden Massenkultur vorangetrieben, die sich seit den späten 50er Jahren herausgebildet hatte. Jazzbands, der Star-Club, Zeitschriften wie "Twen" und "Konkret", Rundfunksendungen wie Radio Bremens "Beat Club", die Folk- und Underground-Festivals auf der Burg Waldeck und die Essener Songtage von 1968, Wohngemeinschaften und Jugendzentren waren Kristallisationsformen dieser neuartigen Jugendkultur, die von der Konsumgesellschaft erst ermöglicht wurde. In der Bundesrepublik war die Erneuerungsbewegung mindestens ebenso stark wie in anderen europäischen Gesellschaften von politischen Visionen und Konflikten geprägt. Ihre stärkste symbolische Verdichtung fand diese widersprüchliche Symbiose in dem Signum "1968". Detlef Siegfried untersucht Bedingungen und Dynamiken von Entstehung und Ausbreitung der westdeutschen Jugendkultur zwischen 1958 und 1973. Im Mittelpunkt stehen ihre Akteure und Orte, Themen und Medien. Damit werden Protagonisten, Richtungen, Verläufe und Ausformungen jenes Wertewandels deutlich, der die Kontur der Bundesrepublik nachhaltig prägte.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.12.2006

Insgesamt überzeugend findet Edgar Wolfrum diese Untersuchung des Wertewandels der westdeutschen Gesellschaft in den 60er Jahren, die vorgelegt hat Detlef Siegfried. Anhand der Beat- und Rockmusik zeige der Autor, wie sich die Nachkriegsgesellschaft der BRD aus traditionellen Bindungen löste. Wolfrum unterstreicht Siegfrieds These, dass Konsum und Politik keineswegs Gegensätze bildeten, sondern sich gegenseitig bedingten. Gelungen scheint ihm die Kombination von sozial- und kulturgeschichtlichen Ansätzen, dank derer es dem Autor gelinge, den Zusammenhang von Konsum, Massenkultur, Rockmusik und Politisierung empirisch darzulegen. Wolfrum freut sich auch über die zahlreichen Quellen, die Siegfried "liebevoll" ausbreitet. Allerdings kritisiert er, dass darüber die Analyse bisweilen ein wenig zu kurz kommt.

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