Daniel Friedrich Sturm

Uneinig in die Einheit

Die Sozialdemokratie und die Vereinigung Deutschlands 1989/90
Cover: Uneinig in die Einheit
Dietz Verlag, Bonn 2006
ISBN 9783801203634
Kartoniert, 520 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Seit Sommer 1989 stritt die SPD intern wie öffentlich über ihren deutschlandpolitischen Kurs. Die Frage der Einheit trieb einen Keil in die Partei. Willy Brandt war bestürzt über die Auffassung Oskar Lafontaines und weiterer "Enkel", die im Fortbestehen zweier deutscher Staaten eine Voraussetzung für den Frieden in Europa sahen. Obwohl Sozialdemokraten wie Brandt und Hans-Jochen Vogel mahnten, man dürfe diese einmalige historischeChance nach dem Fall der Mauer nicht ungenutzt verstreichen lassen, akzeptierten Teile der SPD nur widerwillig jene politischen Fakten, wie sie von der Regierung Kohl geschaffen wurden: Wirtschafts- und Währungsunion, schließlich die staatliche Einheit selbst. Interviews mit mehr als 50 Akteuren sowie zahlreiche unveröffentlichte Dokumente gestatten eine Zustandsbeschreibung der SPD 1989/90.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.03.2007

Dietmar Jochum hat mit großem Interesse die Dissertation von Daniel Friedrich Sturm gelesen, die die innerparteilichen Debatten der SPD zur Wiedervereinigung von 1989/1990 ins Visier nimmt. Er bescheinigt dem Autor, eine tiefgründige und dabei gründlich recherchierte Studie sozialdemokratischer Auseinandersetzungen vorgelegt zu haben. Lediglich mit dem harschen Urteil, das Sturm über die SPD-Gegner der Vereinigung von DDR und BRD fällt, ist der Rezensent nicht ganz einverstanden, und er lässt einfließen, dass der Autor zur Zeit der Wende schließlich auch erst 16 Jahre alt war und seiner Einschätzung somit das Verständnis fehle.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.11.2006

Ausgesprochen umfassend ist das Bild, das diese Studie dem Rezensenten Peter Merseburger über die Sackgasse der Deutschlandpolitik der sogenannten Willy-Brandt-Enkel-Geneneration rund um die Wendejahre vermittelt hat. "Sorgsam und gut lesbar" habe der Autor darin die damals kursierenden Fehleinschätzungen und misslungenen Analysen seitens der SPD-Politiker aufgelistet und damit erstmals ein besonders unrühmliches Kapitel in der Geschichte der Sozialdemokratie "akribisch" aufgearbeitet. Einziger Lichtblick in dem Meer bornierter, einheitsfeindlicher Enkelfinsternis: der damals noch lebende Willy Brandt und Querdenker Erhard Eppler.

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