Mit einer biografischen und werkanalytischen Einleitung herausgegeben von Manuela Köppe. Karl Theodor Ferdinand Grün (1817-1887) - Studienfreund, früher Bewunderer und späterer Gegner von Karl Marx, "Exilierter" vor und nach der Revolution von 1848/1849, Übersetzer Proudhons und Herausgeber des Nachlasses von Feuerbach - hat ein bis heute unterschätztes Lebenswerk hinterlassen. Die Veröffentlichung der nunmehr vorliegenden ersten Auswahl-Edition seiner Schriften ermöglicht eine Wiederentdeckung seiner literaturwissenschaftlichen, philosophischen und politischen Gedankenwelt. In dieser Edition wird anhand zahlreicher Dokumente, auch unter Auswertung des bisher unveröffentlichten Briefwechsels von Karl Grün, das Bild eines bemerkenswerten Lebens gezeichnet, eines Mannes, der - ohne frei von menschlichen Schwächen, Fehleinschätzungen und Irrtümern zu sein - ein halbes Jahrhundert lang an den einmal gewonnenen demokratisch-sozialistischen Überzeugungen festhielt.
Im Perlentaucher:
Rezension Perlentaucher
Wer die Arbeiten des jungen Marx gelesen hat, dem ist Karl Grün (1817-1887) begegnet. Das pubertäre Überlegenheitsgefühl, mit dem Karl Marx seine Zeitgenossen ein Leben lang als seiner eigenen Herrlichkeit inferiore Objekte wahrnahm, hat sich auch an Karl Grün ausgetobt. Die Karriere, die Marx postum in der von ihm verachteten Gestalt des Marxismus widerfuhr, gab seinen Urteilen eine Kraft, die wenig mit deren argumentativem Gewicht zu tun hatte. Es ist bitter nötig, die Revision des Marxismus auch auf die Verdikte desselben gegen Autoren, Künstler und Denker auszudehnen. Einen schönen Einstieg dazu bietet eine Auswahl von Schriften des Frühsozialisten Karl Grün, die vergangenes Jahr herauskam. Sie erscheinen in der Reihe Hegel-Forschungen. Vielleicht werden dort noch andere von Marx in den Orkus geworfene Rechts- oder Linkshegelianer wieder auferstehen... Lesen Sie mehr in Arno Widmanns 'Vom Nachttisch geräumt'
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