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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Denis Johnson

In der Hölle

Blicke in den Abgrund der Welt

Cover: In der Hölle

Tropen Verlag, Berlin 2006
ISBN-10 3932170903
ISBN-13 9783932170904
Gebunden, 192 Seiten, 18,80 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Bettina Abarbanell. Mit einem Vorwort von Georg M. Oswald. Die nun erstmals in deutscher Übersetzung vorliegenden Afrika-Reportagen des Romanciers Denis Johnson stellen ohne Zweifel einen Höhepunkt für sein Werk dar. Er ist im Auftrag der Zeitschrift "The New Yorker" zweimal nach Liberia und einmal nach Somalia gereist. Johnson erkundet das dunkle Herz Afrikas und blickt tief in die Abgründe des menschlichen Wesens. Es sind Erzählungen vom Verlust der äußeren und inneren Zivilisation.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.02.2007

Verena Lueken kommt gut klar mit Denis Johnsons Reportagen aus Westafrika. Und die sind nicht ohne, wie sie uns warnt. Denn was als gut informierter Travelogue im Stile amerikanischen Magazinjournalismus beginnt, endet als Auflösung aller guten Vorsätze und damit, dass der Autor selbst Teil des Problems wird, "das zu beschreiben er losgereist war". Fakten und Historisches kann die Rezensentin bald schon nicht mehr entdecken, dafür Literarisches: Der Autor nackt im Wüstenwind, sozusagen, ohne Verständnisschlüssel, dafür mit Ironie und Witz. Für Lueken ein Glücksfall.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.12.2006

Der Rezensent Uwe Stolzmann findet es durchaus beeindruckend, wie der amerikanische Schriftsteller Denis Johnson seine Erfahrungen in afrikanischen Kriegszonen zu Literatur verwandelt - auch wenn man bei der Lektüre seines Buches wenig über die Hintergründe und Ursachen der beschriebenen Konflikte lernt, was zur Folge hat, dass das Buch bestehende Klischees aufgreift. Darin, dass Johnson sich bei seinen Reisen offensichtlich nicht zu Hause fühlte, liegt in den Augen Stolzmanns auch eine Stärke seiner Beschreibungen: So werde das Absurde und "Aberwitzige" seiner Reise und seines Vorhabens deutlich.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.12.2006

Einen "Gänsehaut machenden Einblick in die Apokalypse" hat Rezensent Thomas Laux dieses Buch ermöglicht, bei dem es sich um ein etwas untypisches Exemplar der Gattung "Reiseliteratur" zu handeln scheint. Ein Schriftsteller, und auch noch Ex-Junkie und -Alkoholiker, berichtet also von seinen Erlebnissen auf Reisen. Die allerdings führen ihn in afrikanische Krisengebiete, nach Liberia, oder in Grenzgebiet von Somalia und Äthiopien. Nicht selten sind es Horrorszenarios, die beschrieben werden. Oft sei sogar das Leben des Autors in Gefahr. Zunächst hatte der Rezensent beim Lesen den Eindruck, "komplett surrealen Szenarios" gegenüberzustehen. Erst nach und nach enthüllt sich die grausige Realität - zum Beispiel der liberianischen Diktatur, die für ihn zunächst gut ausgedacht nach "Heart of Darkness" klang. Oft bizarr, manchmal komisch aber meist eher schockierend, findet Laux die Einblicke, die Denis Johnson seinen Lesern durch sein Buch ins afrikanische Chaos und die Willkür seiner Herrscher gewährt. Ein Pluspunkt scheint auch die sehr spürbare Hilflosigkeit des Autors den Verhältnissen gegenüber zu sein, dem die "Beschwörungen zivilisatorischer Errungenschaften" zunehmend wie "Muster ohne Wert" erscheinen.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.09.2006

Renee Zucker ist mutig genug, sich auf dieses Buch einzulassen. Gewappnet bloß mit dem "klugen, bedächtigen" Vorwort Georg M. Oswalds lässt sie sich mitreißen "in den Abgrund". Das Herz der Finsternis entdeckt sie schließlich jedoch nicht in Afrika, sondern in sich selbst und im Gepäck des westlichen Reisenden: Willkür, Ungeduld, Arroganz zum Beispiel. Wie Denis Johnson in seinen Reisereportagen darüber (und über sich selbst also) richtet, hat Zucker imponiert. Das Buch empfiehlt sie als Orientierungshilfe in einer unübersichtlichen Welt und eine der wichtigsten Neuerscheinungen des Jahres.

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