Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Klappentext
Fast 40 Jahre ist es her, dass Guy Debord mit der Gesellschaft des Spektakels die letzte Fundamentalkritik der Unterhaltungsindustrie geliefert hat. Geholfen hat es offenbar nicht viel. Die Hegemonie des Entertainments scheint gefestigter denn je. Thomas Raab geht das Problem aus ungewohnter Perspektive an und mit so ungewohnten Mitteln, daß seine Analysen manchem wie ein ironisches Satyrikon erscheinen werden. Doch so komisch es sich liest, wenn Raab - als literarisches Entree - die Bewusstseinslagen einer Castingshow beleuchtet oder akribisch die Reaktionen seiner Katze auf Hundegeheul vom Band protokolliert, so ernst gemeint ist die daraus gewonnene Neubestimmung des Spektakels: als evolutionsbiologisch ableitbares Abfackeln erwirtschafteter Überschüsse, dessen Kritik gar nicht auf kulturellem Feld, sondern in der Konstruktion des kapitalistischen Staates ansetzen müsste.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.08.2006
Unausgegoren wirkt Thomas Raabs Betrachtung des Spektakels auf Rezensent Gerd Roellecke. Er versteht das Buch als Versuch, aus dem Spektakel, etwa der Fußball-Weltmeisterschaft, eine Art Gesellschaftstheorie zu machen. Den Sinn solcher Veranstaltungen sehe der Autor im Verbrauch von Energie, die anderswo, etwa bei grundlegenden Reformen der kapitalistischen Gesellschaft fehle. Derart neomarxistische Gedanken sind für Roellecke freilich nichts Neues. Spannender scheint ihm da schon Raabs Versuch, die skizzierte Gesellschaftstheorie biologisch zu verstehen: Spektakel verlangen Aufmerksamkeit, die wiederum eine Leistung der individuellen Körper ist. Die Idee zu diesem Ansatz findet Roellecke "aufregend", deren Ausführung verläuft zu seinem Bedauern dann aber im Sand. Schwierigkeiten macht Roellecke zudem das psychobiologische Vokabular des Autors. Dabei fällt ihm auf, dass dieser zunehmend gesellschaftsbezogene Begriffe einfließen lässt, die mit seinem körperbezogenen Ansatz wiederum nur schwer zu vereinbaren sind.
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Das wäre ja der Tod
19.03.2010: Die FAZ schwärmt vom lakonischen Witz in Tom Drurys Roman "Der Tod des Vandalismus", dem sie mit Begeisterung zu den skurrilsten Orten der amerikanischen Provinz folgt. Die Sagen der Säufer, Zocker und Loser lässt sich die FR von Clemens Meyer erzählen. Großes Lob vergibt die SZ an Andreas Schäfers Roman "Wir vier". Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Francois Walter: Katastrophen
15.03.2010: Für die Natur gibt es keine Katastrophen, nur für die Menschheit. Der Schweizer Historiker Francois Walter hat eine Kulturgeschichte ihrer Bewältigung geschrieben und der Sinnsuche des Menschen: Strafe Gottes, Prüfung der Gottesfürchtigen sowie Ansporn zu neuen technischen Entwicklungen. Hier eine Leseprobe aus "Katastrophen". Mehr lesen
Betina Gonzalez: Nach allen Regeln der Kunst
11.03.2010: Im Erstlingsroman der Argentinierin Betina Gonzalez begibt sich eine Tochter auf die Suche nach den Spuren ihres Vaters, eines mittelmäßigen Bildhauers, und nimmt Kontakt mit seinen Geliebten auf. Hier eine Leseprobe aus "Nach allen Regeln der Kunst". Mehr lesen
Necla Kelek: Himmelsreise
08.03.2010: Passend zum 8. März: Necla Kelek kämpft in ihrem neuen Buch für eine aufgeklärte Lesart des Koran, informiert über Entstehung und Hintergründe und stellt fest: Auf den Koran kann sich nicht berufen, wer für Kopftuch und fünf Pflichtgebete am Tag plädiert. Lesen Sie hier ein Kapitel aus "Himmelsreise". Mehr lesen


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