Herausgegeben von Peter Goßens. "Die Fragilität der Dinge, die Bedrohtheit der Existenz und, als ihr Begrenzendes, das Unermeßliche, aus dem Alles aufsteigt, flüchtig aufglänzt, in dem es wieder versinkt - das ist die Erfahrung, aus der heraus Ungaretti nach dem Ersten Weltkrieg zu dichten begonnen hat. Sie ist der Grundriß seines Dichtens geblieben." Mit dieser Ankündigung erschien 1968 Paul Celans Übersetzung von Giuseppe Ungarettis "La terra promessa" (1950) und "Il taccuino del vecchio" (1960) in einer zweisprachigen Ausgabe im Insel Verlag. Nach Ingeborg Bachmanns nur wenige Jahre älterer Übersetzung (1961) trug Paul Celans Engagement entscheidend zur besonderen Stellung Giuseppe Ungarettis in Deutschland bei. Celans Übertragung ist in Ungarettis Werk auf ungewöhnliche Weise eingegangen. In die Originalausgaben der Zyklen hat er, mit Ausnahme weniger eigenständiger Seiten, seine Übersetzung hineingeschrieben, den gedruckten Text mit seiner handschriftlichen Arbeit unmittelbar konfrontiert. Den Faksimiles folgen Celans Übertragung nach dem Text der Erstausgabe, sein Briefwechsel mit der Lektorin des Insel Verlages, Anneliese Botond, die ganz unterschiedlich akzentuierten Pressestimmen und ein Nachwort, in dem die Geschichte der Übertragung dokumentiert und Celans Übersetzungskonzept analysiert und bewertet wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.08.2006
Mit den Übersetzungen des wohl größten und hermetischsten italienischen Lyrikers des 20. Jahrhunderts habe sich Paul Celan wohlwissentlich auf ein schwieriges Terrain begeben, konstatiert Ernst Osterkamp. Der Sammelband, der die Übersetzungen aus den sechziger Jahren, das Faksimile von Celans Handexemplaren sowie einen Briefwechsel und die zeitgenössischen, meist negativen Rezensionen vereine, biete einen einmaligen Einblick in Celans Arbeitsweise und die Schwierigkeiten, Ungarettis "kristallklare poetische Konzentrate der Erinnerung" zu übertragen. Letztlich sei es "Celans Ungaretti" geworden, weiß der Rezensent, ein Werk, "in dem der Übersetzer dem Dichter auf Augenhöhe begegnen will". Daher sei wohl auch die Verankerung innerhalb des Celan'schen Werks so schwierig.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…