Mit einem einführenden Essay von Werner Hofmann. Im Auftrag der Akademie der Künste und des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaften herausgegeben von Rüdiger Becksmann. Erstmals wird das umfangreiche und vielseitige zeichnerische Werk eines Künstlers in einem Oeuvrekatalog vorgelegt, den man bisher nur als Bildhauer und Begründer der Berliner Bildhauerschule kannte. Als leidenschaftlicher Zeichner interessierte sich Johann Gottfried Schadow (1764-1850) für die gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Ereignisse seiner Zeit; nüchtern-sachlich oder satirisch kommentierte er sie mit Stift und Feder. Das Spektrum seiner Themen ist weit gefächert und umfasst Zeichnungen nach antiker Skulptur, Tier-, Akt- und Bewegungsstudien, Porträts seiner Zeitgenossen, Entwürfe zu Grab- und Denkmälern sowie Karikaturen. Vor allem aber beschäftigte sich Schadow mit der Physiognomie, dem Körperbau und Wachstum des Menschen vom Säugling bis zum Greis. Seine Ergebnisse veröffentlichte er 1834 und 1835 in den Mappenwerken »Polyklet« und »Nationalphysiognomien«.In den etwa 2.200 nachweisbaren Zeichnungen wird ein Lebenswerk sichtbar, das die Zeit vom ausgehenden Rokoko über Klassizismus und Biedermeier auf einzigartige Weise widerspiegelt und sogar den Realismus eines Adolph Menzel vorwegzunehmen scheint.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.07.2006
Das umfangreiche zeichnerische Werk des Bildhauers Johann Gottlieb Schadow (1764 bis 1850) wurde bisher kaum zur Kenntnis genommen. Um so mehr freut sich Bettina Erche über diese von der Akademie der Künste und dem Deutschen Verein für Kunstwissenschaft herausgegebenen Bände mit über 2.300 Zeichnungen des Künstlers. Besonders lobt sie die Arbeit der drei Autorinnen Sibylle Badstübner-Gröger, Claudia Czok und Jutta von Simson, die die Zeichnungen chronologisch geordnet und bearbeitet haben. Ausführlich widmet sich Erche der Biografie und dem Werk Schadows, dessen besonderes Interesse am Menschen sie hervorhebt. Sie bescheinigt Schadows einen genauen physiognomischen Blick, berichtet über seine ethnologischen Studien und würdigt die "qualitätsvolle Vielfalt" seines Werks.
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