Deutsche Ordnungspolizisten waren für die Deportation oder Ermordung der über zwei Millionen jüdischen Opfer in der Sowjetunion mitverantwortlich. Wolfgang Curilla beschreibt den Einsatz der Ordnungspolizei erstmalig flächendeckend für das Baltikum und Weißrußland. Als Quellen dienten ihm neben der zeitgenössischen Überlieferung eine Fülle von großenteils bisher unveröffentlichten Dokumenten und Zeugenaussagen aus weit über 100 Strafverfahren gegen NS-Täter in der Bundesrepublik, in Österreich und in der damaligen DDR.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.07.2006
Nicht weniger als das neue Standardwerk zum Thema habe Wolfgang Curilla vorgelegt, resümiert Rezensent Christian Hartmann. Überhaupt sei die zentrale Rolle der deutschen Polizeibataillone in Osteuropa bei der Ermordung von Juden, Kriegsgefangenen und anderen Opfern erst seit den Büchern von Daniel Goldhagen und Christopher Browning in den Blickwinkel der Forschung geraten. Rund 12000 ordentliche deutsche Polizisten, referiert der Rezensent, hätten ungefähr eine Millionen Menschen in Osteuropa umgebracht und darüber zum Teil grausam-wollüstige Berichte in ihren Briefen nach Hause geschickt. Zu der eigenartigen Allianz von Polizei und SS sei es ganz einfach deshalb gekommen, weil Heinrich Himmler auch Chef der deutschen Polizei gewesen ist. Wolfgang Curillas Buch dokumentiere allein durch seinen Umfang die ungeheuren Ausmaße der Vernichtung. Vor allem sei es aber akribisch bis ins kleinste Detail gearbeitet, wobei dem Autor seine staunenswerte Kenntnis von Literatur wie Primärquellen zugute kommt.
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