Dieser Band thematisiert die Zeit von 1928 bis 1933. 1928 wird Leo Trotzki, neben Lenin der wichtigste Führer der Oktoberrevolution 1917 in Russland, von Stalin in die Verbannung geschickt, ein Jahr später wird er aus der Sowjetunion ausgewiesen. Wadim Rogowin zeigt im vorliegenden zweiten Band der Reihe "Gab es eine Alternative?", dass die Opposition gegen das stalinsche bürokratische Regime in den Jahren 1928-1932 trotz Isolation und Illegalität weiter anwächst. Der Bürgerkrieg, den Stalin mit der Zwangskollektivierung gegen die Bauernschaft entfesselt, führt bei Vielen zur Einsicht, dass Trotzki und die linke Opposition mit ihrer Einschätzung Stalins und der herrschenden Bürokratie die einzige Alternative bieten. Anhand von Materialien aus den früher verschlossenen Archiven legt Rogowin dar, wie Stalin mit politischen Repressalien, gefälschten Prozessen und letztlich dem Terror Ende der dreißiger Jahre gegen jede Opposition vorgeht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 24.05.2006
Das Verdienst der Studie sieht Rezensent Karl Grobe insbesondere in der Veröffentlichung bekannter Zeugnisse für eine lebendige Opposition gegen Stalin, die aber auch heute noch kaum zur Kenntnis genommen würden. An erster Stelle sei hier das oppositionelle Bulletin Trotzkis zu nennen, das in der Sowjetunion unbekannt, weil verboten war. Aus Sicht des Rezensenten leidet Rogowins Analyse der Fehleinschätzungen der damaligen Opposition allerdings an einem Handicap. Weil der Autor eine "immanente" Kritik des Stalinschen Umschwungs zum Ausgangspunkt nehme, sei er zu unflexibel, um die Realitätsblindheit der damaligen Opposition zum Ausgang einer Kritik der heutigen politischen Situation machen zu können.
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