Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Japanischen von Annelie Ortmanns. "Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt" erzählt im Wechsel der Kapitel und der Zeiten von zwei parallelen und wundersamen Reisen. In einem futuristisch brutalen Tokyo der fernen Gegenwart tobt ein Datenkrieg zwischen dem "System" der Kalkulatoren und einer Datenmafia, der "Fabrik" der Semioten. Ein genialer und greiser Professor hat durch ein sicheres Codierverfahren im Unterbewusstsein allen Datendiebstahl unmöglich gemacht. Der Held und Ich-Erzähler in "Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt" überlebt die Bearbeitung seines Gehirns, aber nach einem Überfall auf das unterirdische Geheimlabor des Professors ist der implantierte "Psychokern" wie eine Bombe im Hirn nicht mehr beherrschbar.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.09.2006
Haruki Murakamis Trick, das Alltägliche mit dem Bizarren zu kombinieren, funktioniert nicht in all seinen Büchern, meint Marion Löhndorf. Hier aber sei der "Idealfall" eingetreten. Eine exquisite Mischung aus "sanfter Melancholie" und "bunten Phantasmagorien" entdeckt Löhndorf in der doppelsträngigen Geschichte um Gedankenmanipulation in einem Tokio der nahen Zukunft und einer futuristischen Welt ohne Erinnerung; Murakami in Höchstform also. In der Hauptfigur und ihren detailliert geschilderten wie "temperamentvoll kommentierten" Vorlieben für Jazz und italienisches Essen meint die Rezensentin dann auch den japanischen Erfolgsautor fast unverhüllt zu erkennen. Und wie sie von ihm zur Überprüfung ihrer eigenen Glücksdefinition angeregt wird, hat sie offenbar ebenfalls wohlwollend aufgenommen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.05.2006
Schriftsteller Burkhard Spinnen verwendet den Großteil seiner Rezension darauf, sein persönliches "Missbehagen" an Haruki Murakamis Text zu schildern. Die Betonung, dass dies natürlich nur eine Einzelmeinung sei und der Kotau vor dem "großen Kollegen" in den letzten Zeilen vermag die negative Gesamttendenz nicht abzuschwächen und soll das vermutlich auch gar nicht. Für Spinnen ist die Geschichte um Gehirnmanipulationen und Bandenkriege in der Zukunft ein Konstrukt aus zwei Romanen, die wie zwei Kartenstapel ineinandergeschoben sind. Der eine ist eine Mischung aus Mystery- und Jump-and-run-Spiel für den Computer, der andere ein "klassischer" Fantasy-Roman. Nun mag Spinnen beide Genres nach eigenem Bekunden nicht so sehr: "Für mich ist das keine Literatur." Andererseits gesteht er Murakami zu, mit diesem vor 20 Jahren geschriebenen Buch das "Original" geschaffen zu haben, das mittlerweile alle anderen kopieren. Und Murakami gehe über die Genregrenzen hinaus, schaffe ein "intelligentes Sozialporträt" seines Protagonisten und erfinde nebenbei den "urbanen Single". Das alles würdigt Spinnen, um dann noch einmal sein großes Aber in eine Spinnen'sche Metapher zu gießen. Bei der Lektüre fühle er sich wie einer, "der sich mit einer Glasmurmel zudecken soll".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 27.04.2006
In das "Herzstück der Romanwelt" des Haruki Murakami glaubt Hubert Winkels geschaut zu haben - mit all ihren irrlichternden und gleichwohl "coolen" Helden und den "unheimlichen Sehnsuchtsschächten, in die sie immer wieder fallen". Um es kurz zu machen: Winkels hält diesen Roman für Murakamis "vielleicht bestes Buch". Natürlich ließe sich die Geschichte des Helden, der zwischen die Mühlsteine und Quellcodes zweier Systeme gerät, als klassische SF-Variation lesen, so Winkels. Aber Murakami wäre nicht der "kluge Erzähler", als den man ihn kennt, wenn er nicht eine zutiefst beunruhigende mythologische Ebene einziehen würde: Eine kunstvolle zweiteilige Romanstruktur läßt den Protagonisten zwischen zwei Welten oszillieren: einer verlockenden mit ihrer "aufgeblähten Fleischlichkeit" und einer Gegenwelt ohne Begehrlichkeiten und Erinnerungen und folglich ohne Willen. Als was dieser Roman zu lesen ist, als Antiutopie, als Einblick in die Ödwelt eines urbanen Konsumjunkies, dem man die "lustigen Wohlfühlgehäuse wegrasiert" hat - diese Entscheidung überlässt Winkels dem Leser. Für den "metaphysischen Analphabeten" freilich öffnet dieser Roman zumindest einen Einblick in die schillende "gnostische Tiefenstruktur" des japanischen Erzählers.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
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Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







