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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Arnon Grünberg

Gnadenfrist

Roman

Cover: Gnadenfrist

Diogenes Verlag, Zürich 2006
ISBN-10 3257065299
ISBN-13 9783257065299
Gebunden, 154 Seiten, 17,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Niederländischen von Rainer Kersten. Jean Baptist Warnke hat nicht nur einen Job als Diplomat, er hält sich auch im Privatleben aus allem diplomatisch heraus. Bis er sich in Lima mit Haut und Haar verliebt. Doch wer ist die Studentin Malena? Eine feurige Liebe, die ungeahnten Zündstoff enthält?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.08.2006

Arnon Grünbergs schmaler Roman "Gnadenfrist", als Auftragsarbeit für den niederländischen "Literarischen Büchermonat" 2004 entstanden, begeistert Jens-Christian Rabe durch ökonomisches Erzählen und eine gewisse Sportlichkeit. Ausgangspunkt des Romans ist ein vollkommen zufriedener Vizebotschafter, der mit seinen Töchtern und seiner Frau ein glückliches, wenn auch ereignisloses Leben in Lima führt, erklärt der Rezensent. Wie es dem niederländischen Autor gelingt, aus dieser völlig konfliktfreien Situation ein existentielles, und in seinen Wendungen immer "schräger" werdendes Drama zu machen, beeindruckt Rabe und lässt ihn wieder an die Fähigkeit der Literatur glauben, die "Möglichkeit des Unmöglichen" sinnfällig zu machen.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.08.2006

Hans Christian Kosler gefällt dieser Roman ausgesprochen gut, obwohl der Autor Arnon Grünberg von seiner gewohnten und geschätzten Rezeptur etwas abweicht. Beispielsweise ist sein Hauptprotagonist zunächst ganz anders angelegt, als man es von dem Erfolgsautor bisher gewohnt war - nicht als "leicht verrückter" Bohemien, sondern als braver und biederer Amt- und Würdenträger. Doch nach Koslers Meinung trifft der Autor mit seiner Erzählung ganz genau den richtigen Tonfall. Er erzählt die Geschichte eines Mannes, der sich in die falsche Frau verliebt, "ironisch" und in "lakonischen Sätzen", und vermeidet es trotzdem, zynisch zu werden. Der Roman ist nach Meinung des Rezensenten einfach nur "spannend, pointiert und intelligent geschrieben".

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 04.08.2006

Höchst beeindruckt zeigt sich Alexander von Bormann vom "ungemütlichen" Arnon Grünberg und seiner Geschichte des durchschnittlichen Botschaftsangehörigen Warnke, der unmerklich zum Sympathisanten einer revolutionären peruanischen Terroristengruppe wird. "Amüsant" ja, aber so offensichtlich komisch, wie die niederländischen Rezensenten behaupten, sei der Roman nicht, meint Bormann, der hier eher "subtilen" Witz am Werke sieht, der sich aus der beschränkten Perspektive des gewöhnlichen Helden speist. Aus einer kritischen Sicht der Gegenwart heraus lasse Grünberg diese "objektiv zynische, subjektiv kindliche" Figur mit einer widersprüchlichen Realität kollidieren, die ihr bisher allzu glatt verlaufendes Leben vernichtet. Gerade dieser Zusammenbruch, wenn Liebe, Familie und Arbeit nach der misslungenen Geiselnahme der Gruppe plötzlich wegbrechen, sei mit "höchster Kunst und Kompetenz" beschreiben, lobt Bormann. Dem Erfolg der kurz gehaltenen und gekonnt modellierten Geschichte steht nach Ansicht des Rezensenten demnach auch nichts im Wege.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

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