Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

György Dalos

Balaton Brigade

Erzählung

Cover: Balaton Brigade

Rotbuch Verlag, Hamburg 2006
ISBN-10 3434531459
ISBN-13 9783434531456
Gebunden, 180 Seiten, 19,80 EUR

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Klappentext

Berlin/DDR 1988: Die Feier zum Jahrestag der "Großen Sozialistischen Oktoberrevolution" fällt diesmal zusammen mit dem 25-jährigen Dienstjubiläum von Joseph, einem gebürtigen Ungarn und verdienten Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit. Zu diesem Anlass wird er zum Hauptmann befördert und bekommt den schon lange gewünschten Auftrag, im kommenden Sommer für die "Firma" am Balaton, am Plattensee, in Zusammenarbeit mit den "Bruderorganen" und eine Schar von IMs auf den Campingplätzen, in den kleinen und größeren Ferienunterkünften die Urlauber zu überwachen. Er freut sich nicht nur auf Ungarn, das Land seiner Kindheit, sondern auch darauf, eine Weile von Berlin wegzukommen, weg von einer ihn sehr belastenden Vermischung von Familie und Beruf. Er hatte sich darauf eingelassen, die eigene Tochter Tamara, die mit einem in Westberlin lebenden Chilenen eine Beziehung eingegangen war, "nur für ihr Bestes" auszuspionieren.

Leseprobe beim Perlentaucher

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.11.2006

Eine bitterböse, wenn auch "unspektakuläre" Erzählung über einen Stasimitarbeiter, der in penibler Erfüllung seiner Pflicht nicht nur die eigene Familie zerstört, hat György Dalos mit "Balaton Brigade" vorgelegt, konstatiert ein beeindruckter Karl-Markus Gauss. Allerdings zeichne der ungarische Autor den nach 25 Jahren bei der Stasi zum Hauptmann beförderten Josef Klempner, der kurz vor dem Zusammenbruch der DDR als Spitzel zur Ausspionierung von DDR-Touristen nach Ungarn geschickt wird, nicht als "Opfer", sondern vielmehr als typischen Vertreter eines erbarmungslosen, destruktiven Systems, so der Rezensent fasziniert. Schon deshalb beschreibt Dalos in Klempner keine tragische Figur, auch wenn er am Ende alles verliert, und er entschuldigt auch nicht seinen Dienst für einen unrechtmäßig agierenden Staat, resümiert Gauss ganz einverstanden.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.05.2006

Florian Henckel von Donnersmarck hat mit "Das Leben der Anderen" den ersten Film über die Stasi gemacht. György Dalos dreht die Schraube nach Ansicht eines beeindruckten Hubert Spiegel noch ein bisschen weiter an und hat ein Buch darüber geschrieben, wie die Stasi und ihre Mitarbeiter sich selbst zerstören. Der bedingungslos ergebene Stasi-Offizier Joseph Klempner spitzelt für den Staat seine Tochter aus und ist am Ende sozial völlig isoliert. Faszinierend findet Spiegel dabei, dass Klempner bis zum Ende nicht am System zweifelt oder gar umkehrt und dass dieses Verhalten für den Leser sogar verständlich würde. Klempner werde aber nicht zum Opfer verklärt, er bleibe immer auch Täter, erklärt Spiegel, der diesen "differenzierten, nuancenreichen Grauton" in Dalos' Erzählung überaus schätzt.

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11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

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02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

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