Bücher der Saison
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Klappentext
Paul Nolte, der sich mit Generation Reform als einer der wichtigsten Vordenker des gesellschaftlichen Wandels in Deutschland etabliert hat, analysiert die Wege und Irrwege einer Gesellschaft, die auf praktisch allen Feldern ihr Handeln einer veränderten Realität anpassen muss - im Verhältnis der sozialen Klassen, der Generationen und der Geschlechter zueinander ebenso wie in den globalisierten Strukturen von Kapitalismus, Erwerbsarbeit und Mobilität. Sein Konzept der Investiven Gesellschaft stellt auch eine neue Ordnung der Werte jenseits des Konsums zur Diskussion. Es bietet Stoff für die dringend notwendige intellektuelle Debatte über die langfristigen Ziele unserer Gesellschaft.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Riskante Moderne - Paul Nolte bei C.H. Beck
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.03.2006
Hart geht Stefan Breuer mit Paul Noltes Buch "Riskante Moderne" ins Gericht. Er liest das Buch als "Streitschrift", als "Parforce-Attacke gegen eine angeblich im Land verbreitete Stimmung", die Nolte mal "Aufschubmentalität", mal "Risikofurcht", mal "Angst vor der Moderne" nenne. Überzeugen können ihn die polemischen Ausführungen des Autors gleichwohl nicht. Er berichtet über die zahlreichen Rollen (Historiker, Soziologe, Politologe, Demograf und Pädagoge), in denen Nolte auftritt, um die hinlänglich bekannten Problem des Landes aufzulisten. Was der Autor dann jedoch an Lösungen anbietet, bewegt sich nach Ansicht Breuers auf dem Niveau der Neujahresreden von Bundespräsidenten. Unentwegt sei vom Ruck die Rede, der durch Deutschland gehen müsse, von der Mobilisierung brachliegender Ressourcen und dem Abschied von der Nischengesellschaft. Breuer kritisiert auch Floskeln und Gemeinplätze, von denen das Buch nur wimmele. Nur zwischendurch werden für ihn die Konturen von Noltes "Krisentherapeutik" wirklich sichtbar, die vor allem in einer höchst einseitigen Verteilung der Lasten besteht.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.03.2006
Warnfried Dettling gesteht Paul Nolte zu, ein wichtiges Buch zu den großen Fragen der Zeit geschrieben zu haben, quer zu allen politischen Lagern und dies auch noch in einer "süffigen Sprache, leicht und berauschend wie ein Gutedel aus dem Markgräfler Land". Aber ein großes Buch, meint Dettling streng, sei es nicht. Zu sehr bleibt ihm Nolte an der Oberfläche und zu offen "verzichte" Nolte auf die Analyse der von ihm in "hübsche Metaphern" verpackten Phänomene. Als Beispiel zieht Dettling den Begriff der "Risikovermeidungsgesellschaft" heran, der durchaus auf ein diskussionswürdige Entwicklung abziele. Durch im Unterschied zu Ulrich Becks "Risikogesellschaft" sei Noltes Wortprägung keine analytische Kategorie, sondern allein eine normative. Oft fand Dettling in dem Buch auch "falsche Erklärungen richtiger Beobachtungen", etwa wenn Nolte vom Scheitern der Emanzipation spreche, nur weil Frauen wieder Röcke und High Heels tragen. Dass sie darin eine ganz andere Energie, Intelligenz und Karriere entfalten können als noch vor fünfzig jahren spiele offenbar keine Rolle. Nein, bescheidet Dettling harsch, dies ist "schlampiges, oft oberflächliches und meist kryptonormatives Denken".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 16.03.2006
"Die deutschen Konservativen haben einen ihrer Jungstars verloren" konstatiert Ulrike Herrmann, und es ist bei ihr ein Hauch eben jener Häme zu spüren, den sie den Kollegen attestiert, die unisono über Nolte herfallen. Dabei hat Herrmann nach eigenem Bekunden Noltes "Fabrikschreibweise" - das Zusammenfügen von teilweise schon erschienenen Essays - schon bei dem Erfolgsbuch "Generation Reform" gestört. "Riskante Moderne" sei nun insgesamt ein "Plagiat", und zwar von eben jenem ersten Buch. Nolte habe seinen ersten Bestseller einfach "variiert". Der Stil sei "eher dröge", moniert die Rezensentin zudem, und die Beweise "fehlen oft oder sind etwas seltsam". Aber wie alles in und an diesem Buch ist das für sie nichts Neues, denn Nolte habe ja seit jeher "kein Verhältnis zur Empirie" gehabt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.03.2006
Als Plädoyer für das Projekt der Moderne versteht Andreas Rosenfelder dieses Buch des Historikers Paul Nolte, den er als "akademischen Jungstar" und "Theoretiker der neuen Bürgerlichkeit" charakterisiert. Zentral erscheint ihm Noltes Forderung, die Deutschen mögen sich endlich an diesem misstrauisch beäugten Projekt beteiligen und die Dinge in die Hand nehmen, statt es sich beruflich wie privat weiter in ihrer Aufschubmentalität bequem zu machen. Das unausgesprochene Leitmotiv des Buches sieht Rosenfelder in Bruno Latours Befund, wir seien nie wirklich modern gewesen. So verbuche Nolte fast nur das Aufbrechen der Geschlechterrollen in seiner Jugendzeit als Gewinn der gesellschaftlichen Liberalisierung. Die These, die Reformen der alten Bundesrepublik hätten den Deutschen eher einen Widerwillen gegen die unberechenbaren Effekte der Moderne eingepflanzt, hält Rosenfelder für "nicht unplausibel". Weniger überzeugend findet er dagegen, dass Nolte einerseits die Kritiker des Kapitalismus verdammt, andererseits die notwendig zu ihm gehörende Massenkultur geißelt. Noltes Unbehagen an Phänomenen wie Fernsehen und Mode, die er für die Entstehung einer neuen "Unterschicht" verantwortlich macht, zeigt sich für Rosenfelder, dass auch der Autor an der Moderne leidet. "Denn", erklärt der Rezensent abschließend, "zu ihrer Dynamik gehört auch die Historisierung jenes bürgerlichen Milieus, in welchem der Historiker seine geistige Heimat sieht.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.02.2006
Die "beträchtlichen Erwartungen", die Matthias Arning spätestens seit "Generation Reform" an Paul Nolte stellt, sind nicht erfüllt worden. Der Auftakt, in dem Nolte die Anforderungen des 21. Jahrhunderts skizziert und dem Kollegen Ulrich Beck widerspricht, sei zwar "fulminant", dann aber knirscht es im Argumentationsgetriebe Noltes, wie der Rezensent beklagt. Von dem "vielversprechenden Ausgangspunkt" eines optimistischen Blicks in die Moderne gehe es nicht recht weiter. So wird dem Rezensenten nicht klar, wie Nolte darauf kommt, die Vertreter der Neuen Mitte als Akteure einer "mündigen Gesellschaft" zu zeichnen. Außerdem stören ihn die Wiederholungen bei Zitaten und die inhaltlichen Redundanzen, die diese Sammlung von achtzehn zum größten Teil schon erschienenen Aufsätzen mit sich bringt. Eine "Systematisierung anhand zentraler Begriffe" hätte sich Arning gewünscht. So aber bleibe die erhoffte "Vertiefung von Leitfragen" weitgehend auf der Strecke.
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