Herausgegeben von Wolfram Mauser unter Mitwirkung von Astrid Lange-Kirchheim, Joachim Pfeiffer, Carl Pietzcker und Petra Strasser. Johannes Cremerius (1918-2002) war einer der herausragenden deutschen Psychoanalytiker in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er veröffentlichte eine große Zahl von Beiträgen zur Theorie und Praxis der Psychoanalyse. In dem zweibändigen Werk "Vom Handwerk des Psychoanalytikers" (1984) faßte er die Gedanken und Überzeugungen zusammen, die seine Arbeit bestimmten. Seine Autobiografie zeichnet nicht nur den beruflichen Werdegang nach, sondern gibt auch Einblick in die Entwicklung der Psychoanalyse im Nachkriegsdeutschland.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.01.2006
Ludger Lütkehaus zieht den Hut vor Johannes Cremerius. Die autobiografischen, "bekenntnishaften" Schriften des Psychoanalytikers und Psychosomatikers zeigen, befindet der Rezensent, dass die therapeutische Disziplin nicht nur "Introspektion", sondern auch "Konturschärfe" fördert. So sei der Stil durch "Klarheit und schnörkellosen Lakonismus" geprägt. Vor allem als "historisch-kritisches Zeugnis" von 50 Jahren Psychoanalyse in Deutschland hat das Buch seinen Wert, stellt Lütkehaus fest. Cremerius zeigt sich streitbar und erzählt, wie er nach seinen Studien in den USA, Begegnungen mit "den großen Emigranten" der Psychoanalyse und der Arbeit an Lehrstühlen in Mailand und Freiburg i. Br. schließlich eine Abteilung für Psychosomatik in Gießen aufgebaut hat - gemeinsam mit Horst Eberhard Richter. Was Lütkehaus aber am meisten Respekt abringt, ist nach eigenem Bekunden die Persönlichkeit des 2002 unerwartet Verstorbenen.
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