Neben Paris war Prag ein Zentrum des Kubismus: Künstler von internationalem Rang wie Emil Filla und Bohumil Kubista wirkten dort; Architekten, Grafiker und Designer gehörten zu einer kubistischen Avantgarde, deren wichtigste Essays hier erstmals auf deutsch erscheinen. Max Brod begrüßte diese junge Generation als den "Frühling in Prag", und von der berühmten Kubismusstudie ihres Mäzens Vincenc Kramar sagte Alfred Flechtheim: "Die Kunst kennt keine Grenzen. Große Kunst gehört der ganzen Welt. Die beste französische Kunst macht ein Spanier, das beste Buch über den spanischen Kubismus hat ein Tscheche geschrieben."
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.01.2006
Der tschechische Kubismus war ein Flop, wenn wir Rezensent Felix Philipp Ingold glauben dürfen, der die in diesem Band versammelten Texte der damaligen Künstler studiert hat. Nichts von revolutionärem Überschwang, kein Manifest, keine Innovation, kein Risiko, keine radikalen Positionen. Statt dessen las Ingold "schulmeisterliche, oft langfädige Aufsätze" unter anderem von Josef Capek, Emil Filla, Otto Gutfreund und Vincenc Benes über die Bedeutung des Guten, Wahren und Schönen in der Kunst. Auch von den Künstlern scheint - zumindest aus ihrer kubistischen Phase - nicht viel übrig geblieben zu sein. Die meisten kehrten nach dem Ersten Weltkrieg zur "konventionell darstellenden Malerei" zurück, so Ingold, der auch darauf hinweist, dass in dem Buch keine einziges Bild abgedruckt ist.
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