Aus dem Englischen von Anette Grube. Kamila Shamsie legt mit "Verbrannte Verse" einen Roman vor über Trauer und Verlust, über politische und menschliche Schicksale und über die Schwierigkeit, zwischen mütterlicher und erotischer Liebe zu entscheiden
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.03.2006
Politische Intrige, Familiendynamik und eine "kräftigen Prise Leidenschaft a la Bollywood" hat Rezensent Wolfgang Schneider dieser Roman der im Londoner Exil lebenden pakistanischen Autorin Kamila Shamsie geboten. Er lobt das Buch auch für seine spannende Geschichte, die den Leser gleichzeitig einen Blick auf pakistanische Gegenwartsprobleme werfen lasse. Im Zentrum stehe eine pakistanische Fernsehjournalistin, die sich an die Spuren ihrer verschwundenen Mutter geheftet hat, die einst aus Liebe zu einem anderen Mann die Familie verließ - ein Plot, in dem die Autorin zum großen Lesevergnügen des Rezensenten Fragen über Liebe, Kunst und Politik verschmilzt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.01.2006
Dies ist ein Roman mit einer Botschaft, urteilt Claudia Kramatschek. Kamila Shamsies "Verbrannte Verse", die Geschichte einer jungen Frau, die sich in Pakistan auf die Suche nach ihren angeblich ums Leben gekommenen Eltern macht und dadurch endlich, wie jene, gesellschaftlich aktiv wird, stellt den Triumph der Kunst dar. Denn die überlebt alles. Die Rezensentin bedauert ein wenig, dass sich die Autorin nicht - wie sonst - nur auf ihre Sprache verlässt, sondern "mit dem Jargon der global players flirtet". Zudem leide das Werk "deutlich an sprachlich-stilistischer und inhaltlicher Überfrachtung". Die grundlegende Frage nach dem Einbruch des Weltgeschehens in das private kennt sie schon aus früheren Werken Shamsies, doch hier gibt es noch ein anderes: die Liebe. Zuweilen, bedauert die Rezensentin aber, gibt es da freilich auch ein wenig Kitsch zu hören.
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