Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Richard David Precht

Lenin kam nur bis Lüdenscheid

Meine kleine deutsche Revolution

Cover: Lenin kam nur bis Lüdenscheid

Claassen Verlag, Berlin 2005
ISBN-10 3546003810
ISBN-13 9783546003810
Gebunden, 352 Seiten, 18,00 EUR

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Klappentext

Die Biografie eines Jahrzenhts - erzählt als Familiengeschichte. Richard David Precht führt durch seine linke Kindheit in den Siebzigern.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2006

Ein "informatives und detailreiches Buch über kommunistische Traditionen in der deutschen Provinz" sieht Rezensentin Sandra Pott in diesem Buch des Journalistin Richard David Precht. Sie charakterisiert das Buch als eine Art "revolutionäres Gegenstück" zu Florian Illies' "Generation Golf". Anders als dieser lasse sich Precht von der Strahlkraft politischer und gesellschaftlicher Ereignisse mitreißen. Durchaus unterhaltsam erscheint Pott die Schilderung seiner marxistischen und antiautoritären Kindheit und Jugend in der Provinz, mit Ferien im Zeltlager der DKP und Familienurlaub in Dänemark, wo ihn Haschisch rauchende Hippies von den Vorzügen des friedlichen und antiamerikanischen "Scandinavian way of life" überzeugen. Allerdings hinkt Prechts Buch nach Ansicht Potts einem "ironischen" Buch wie "Generation Golf" "stilistisch und analytisch" hinterher. Sie findet "Lenin kam nur bis Lüdenscheid" einfach "weniger pointiert geschrieben". "Distanz zum Gegenstand, Biss oder Witz", urteilt sie über das Buch, "liegen seinem Autor nicht."

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.12.2005

Joseph von Westphalens Lieblingsszene in Richard David Prechts "angenehm entspanntem" autobiografischen Werk ist jene späte Begegnung des 1964 geborenen DKPler-Sohns mit dem Ex-US-Außenminister Alexander Haig, in der dieser dem Autor den Arm um die Schultern legt und über den Vietnam-Krieg schwadroniert: "These were the good old days, my friend." Und tatsächlich waren jene Tage so übel nicht, als man noch Marx zitierte, "vernünftige Erziehungsideale" propagierte und als Mitglied der DKP nicht als Postbote arbeiten durfte. Den "intimen Einblick", den Precht in das "mattrote" linke Milieu bietet, in der er seine Kindheit verlebt hat, hat dem Rezensenten ausgesprochen gut gefallen, vor allem wegen der "Lässigkeit", mit der erzählt wird, und der "liebenswürdigen Distanz". Den erzählerischen Kunstgriff Prechts, nämlich aus der Perspektive eines Kindes zu erzählen, findet der Rezensent hervorragend. Wenn der Autor den zeitgeschichtlichen Rahmen ausweitet - dann erreiche er, so von Westphalen, gar das Format einer "aufschlussreichen" "West-Wendegeschichte", wie wir sie bis dato nur von ehemals ostdeutschen Autoren kannten.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren