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V.S. Naipaul
Das Lesen und das Schreiben
Klappentext
Aus dem Englischen von Kathrin Razum und Dirk van Gunsteren. Schon im Alter von elf Jahren wollte V.S. Naipaul Schriftsteller werden. Welche Bücher haben ihn in seinem Wunsch bestärkt? Wie fand er seine Themen? Welchen Traditionen fühlt er sich verpflichtet? Diesen Fragen und anderen geht er in seiner literarischen Autobiografie nach, die durch seine Rede anlässlich der Nobelpreisverleihung vervollkommnet wird.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.06.2003
Drei Aufsätze von Naipaul sind in diesem Band versammelt, darunter die Nobelpreisrede, in der er beschreibt, wie das Schreiben ihn erst zum Leben gebracht hat, wie er "Halt und Orientierung" gefunden hat im Versuch, schreibend die Welt zu begreifen. Welcher biografischen Konstellation sich das verdankt, ist in den beiden anderen Aufsätzen nachzulesen, in denen er von der Isolation seiner Hindu-Familie auf Trinidad berichtet, der Insel, die ihm nie "ein Gefühl der Geborgenheit zu geben vermochte". Der dritte Text ist dem Verhältnis zur Heimat seiner Vorfahren, zu Indien also, gewidmet. Sein erstes Buch über das Land, "Land der Finsternis" (1964), nimmt man ihm dort bis heute übel; eine "versöhnlichere Einschätzung" hat sich im Lauf der Zeit und mit genauerer Kenntnis entwickelt. Der mit dem Kürzel "süt" zeichnende Rezensent lobt die "Schlichtheit und Offenheit" der Aufsätze und empfiehlt sie als "Einführung in Naipauls Leben und Werk".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.05.2003
Nicht zu Naipauls stärksten Werken zählt Rezensent Tobias Döring die im Band enthaltene Nobelpreisrede sowie zwei Essays. Der Rezensent findet die Pose des intuitiven Selbst- und Weltschöpfers", die Naipaul in diesen Texten eingenommen hat, "geborgt und ungesichert wie die Rolle des imperialen Reisenden", die er in seiner Prosa oft angenommen habe. Dennoch findet er das Bändchen lesenswert, da es den Leser rückblickend auf Naipauls "bleibend große Werke" verweise und Döring selbst noch in Naipauls Selbstzitaten den "Nachhall weitreichender Welterschütterungen" hört. Seine Bedeutung erhält das Buch besonders im Kontext der deutschen Naipaul-Werkausgabe, die sie Döring zufolge nun fortsetzt: ein, wie er findet, insgesamt "verdienstvolles Projekt".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.04.2003
Rezensent Christoph Bartmann nimmt V.S. Naipauls Buch "Das Lesen und das Schreiben", in dem der Literaturnobelpreisträger von 2001 seinen Weg zur Literatur schildert, recht positiv auf. Bartmann referiert im wesentlichen die wichtigsten Stationen dieses Weges: vom Entschluss des Elfjährigen, Schriftsteller zu werden, über das Studium der Literatur in Oxford, die ersten kurzen Geschichten, die vom Leben seiner Familie nach dem Umzug in die Inselhauptstadt Port of Spain erzählen. Eine wichtige Rolle beim Schreiben spiele für Naipaul die Intuition, hält Bartmann fest. Vielleicht bestehe das Glück von Naipauls Intuition ja auch darin, dass er als reisender, investigativer Schriftsteller weniger als andere auf innere Schreib-Impulse angewiesen sei, überlegt der Rezensent. Wie auch immer. Eines ist für Bartmann gewiss: "Naipaul hat früher und fester an den Schriftsteller in sich selbst geglaubt."
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