Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

V.S. Naipaul

Das Lesen und das Schreiben

Cover: Das Lesen und das Schreiben

Claassen Verlag, München 2003
ISBN-10 3546003284
ISBN-13 9783546003285
Gebunden, 96 Seiten, 10,00 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Englischen von Kathrin Razum und Dirk van Gunsteren. Schon im Alter von elf Jahren wollte V.S. Naipaul Schriftsteller werden. Welche Bücher haben ihn in seinem Wunsch bestärkt? Wie fand er seine Themen? Welchen Traditionen fühlt er sich verpflichtet? Diesen Fragen und anderen geht er in seiner literarischen Autobiografie nach, die durch seine Rede anlässlich der Nobelpreisverleihung vervollkommnet wird.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.06.2003

Drei Aufsätze von Naipaul sind in diesem Band versammelt, darunter die Nobelpreisrede, in der er beschreibt, wie das Schreiben ihn erst zum Leben gebracht hat, wie er "Halt und Orientierung" gefunden hat im Versuch, schreibend die Welt zu begreifen. Welcher biografischen Konstellation sich das verdankt, ist in den beiden anderen Aufsätzen nachzulesen, in denen er von der Isolation seiner Hindu-Familie auf Trinidad berichtet, der Insel, die ihm nie "ein Gefühl der Geborgenheit zu geben vermochte". Der dritte Text ist dem Verhältnis zur Heimat seiner Vorfahren, zu Indien also, gewidmet. Sein erstes Buch über das Land, "Land der Finsternis" (1964), nimmt man ihm dort bis heute übel; eine "versöhnlichere Einschätzung" hat sich im Lauf der Zeit und mit genauerer Kenntnis entwickelt. Der mit dem Kürzel "süt" zeichnende Rezensent lobt die "Schlichtheit und Offenheit" der Aufsätze und empfiehlt sie als "Einführung in Naipauls Leben und Werk".

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.05.2003

Nicht zu Naipauls stärksten Werken zählt Rezensent Tobias Döring die im Band enthaltene Nobelpreisrede sowie zwei Essays. Der Rezensent findet die Pose des intuitiven Selbst- und Weltschöpfers", die Naipaul in diesen Texten eingenommen hat, "geborgt und ungesichert wie die Rolle des imperialen Reisenden", die er in seiner Prosa oft angenommen habe. Dennoch findet er das Bändchen lesenswert, da es den Leser rückblickend auf Naipauls "bleibend große Werke" verweise und Döring selbst noch in Naipauls Selbstzitaten den "Nachhall weitreichender Welterschütterungen" hört. Seine Bedeutung erhält das Buch besonders im Kontext der deutschen Naipaul-Werkausgabe, die sie Döring zufolge nun fortsetzt: ein, wie er findet, insgesamt "verdienstvolles Projekt".

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.04.2003

Rezensent Christoph Bartmann nimmt V.S. Naipauls Buch "Das Lesen und das Schreiben", in dem der Literaturnobelpreisträger von 2001 seinen Weg zur Literatur schildert, recht positiv auf. Bartmann referiert im wesentlichen die wichtigsten Stationen dieses Weges: vom Entschluss des Elfjährigen, Schriftsteller zu werden, über das Studium der Literatur in Oxford, die ersten kurzen Geschichten, die vom Leben seiner Familie nach dem Umzug in die Inselhauptstadt Port of Spain erzählen. Eine wichtige Rolle beim Schreiben spiele für Naipaul die Intuition, hält Bartmann fest. Vielleicht bestehe das Glück von Naipauls Intuition ja auch darin, dass er als reisender, investigativer Schriftsteller weniger als andere auf innere Schreib-Impulse angewiesen sei, überlegt der Rezensent. Wie auch immer. Eines ist für Bartmann gewiss: "Naipaul hat früher und fester an den Schriftsteller in sich selbst geglaubt."

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren