Eine ebenso informative wie engagierte Stellungnahme von Dietmar Pohl zur Fallstudie des polnischen Historikers Musial, der hierzulande mit seiner Kritik an der Wehrmachtsausstellung Aufmerksamkeit erregt hat. Es ist noch nicht lange her, schreibt Pohl, dass ausschließlich die SS für die Ermordung der osteuropäischen Juden verantwortlich gemacht worden sei. Eine von den Tätern selbst mitinitiierte Legende, berichtet Pohl. Es sei Musial überzeugend gelungen, am Beispiel der gut dokumentierten Geschichte von Lublin darzustellen, in welch erschreckendem Ausmaß die Zivilverwaltung tatsächlich beteiligt war. Mit seinem "gruppenbiographischen Ansatz" betrete Musial übrigens historiographisches Neuland, das sich laut Pohl als sehr fruchtbar erweist. Musial hat nämlich die Karrieren der 120 verantwortlichen Kreishauptleute des Generalgouvernments Polens vor und nach dem Krieg verfolgt. Die meisten dieser Männer, berichtet Pohl weiter, haben in der Bundesrepublik hohe Posten innegehabt, keiner von ihnen wurde strafverfolgt.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…