Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Oswald Wuthenau ist ein Schelm und Hochstapler, ein moderner Mephisto, und doch ein verzweifelt Heimatloser. Wie eine Urgewalt bricht diese "Mischung aus Orson Welles, Helmut Qualtinger und Oliver Hardy" Mitte der fünfziger Jahre über Südamerika herein, macht Bekanntschaft mit geflohenen Nazis, gerät in eine ekstatische Orgie, heiratet, errichtet das erste Atomkraftwerk Argentiniens, bekommt in der DDR die Brecht-Medaille überreicht und stellt Wien auf den Kopf.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.03.2006
Von einem bemerkenswerten Erlebnis kann Tanya Lieske berichten - ihrem ersten Franzobel. Gewappnet, alles oder nichts zu erwarten, und mit literaturkritischem Rüstzeug ausgestattet, hat sich die Rezensentin also an die Lektüre des "Sprachwilderers" gemacht, scheint aber auch nach 600 Seiten nicht wirklich schlauer geworden zu sein. Der Plot ist zu abstrus, als dass er zusammengefasst werden könnte: Auftreten werden Zwerge, Nazis und ihre Opfer, der Mossad, ein Möbelfabrikant und seine Schwiegereltern und irgendwie stehen alle in irgendeinem Zusammenhang. Entweder sind sie Geschwister oder sie bringen sich um. Folgen konnte die Rezensentin dem nur halb, als Höhepunkt der Geschichte identifiziert sie aber eindeutig das Titel gebende "Fest der Steine", bei dem es sich tatsächlich um eine Steinigung handelt. Hier, gesteht Lieske, halte Franzobel die "exakte Balanz zwischen sehr grässlich und absolut komisch". Doch alles in allem hat ihr Leseabenteuer keine euphorisierende Wirkung entfaltet. Ihr abschließender Eindruck von Franzobel: "Er könnte gewiss, aber er wollte gar nichts Großes schreiben! Er wollte eigentlich in Ruhe vor sich hin franzobeln, ohne dabei von uns Lesern gestört zu werden!"
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.12.2005
Der Sprachspieler Franzobel hat versucht, eine "einfache Geschichte" zu erzählen, und es hat nicht geklappt, seufzt Nico Bleutge. "Hinter seine Rolle als Sprachsportler kann und will Franzobel einfach nicht zurück." Deshalb gerät jede Landschaftsbeschreibung zu einer Übung in Originalität, und auch strukturell gibt es laut Bleutge einige "Blahüngen" zu beklagen. Rund zwanzig Nebenfiguren begleiten den agressiven "Parade-Nazi" Oswald Mephistopheles Wuthenau bei seinem Aufstieg in der argentinischen Gesellschaft. "Heillos überfrachtet", lautet das Fazit Bleutges, der es auch nicht uneingeschränkt goutiert, dass Franzobel in der finalen "Sexorgie" all seine "fäkalischen Register zieht". Und dass am Ende alle Geschichten "artig" aufgelöst werden, stimmt dann wiederum nicht mit dem Rest des Buches überein.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.10.2005
Keineswegs überzeugt zeigt sich Rezensent Jörg Magenau von Franzobels neuem Roman. Die Lektüre des Buchs empfindet er als ziemlich mühsam. Er charakterisiert das Werk als einzigen Exzess, als maßlos, überdreht, chaotisch, die Handlung als abstrus. Wer hier nach Sinn und Bedeutung sucht, ist seines Erachtens verloren, Logik oder auch nur Wahrscheinlichkeit interessierten den Autor nicht. Dessen Absicht, den Faschismus als eine "Bauchkrankheit" zu deuten, der rational nicht beizukommen ist, funktioniert für Magenau nicht wirklich. Dass es im Buch geradezu splatterhaft zugeht und in jedes "verfügbare Loch hineingefickt" wird, "auch in rohes Fleisch und Hirnmasse", findet der Rezensent auf Dauer einfach nur ermüdend. Dennoch hat er auch einige lobende Worte für den Autor in Petto, die er freilich gleich wieder einschränkt oder teilweise zurücknimmt. So nennt er den Autor "sprachgewaltig", fügt aber hinzu, er sei kein Erzähler. Begründung: Statt Charakteren schaffe er Kasperlefiguren, statt einer Handlung, die wenigstens in Ansätzen plausibel wäre, sei der Fantasie alles erlaubt. Das Ergebnis erscheint dem Rezensenten ein "merkwürdiges Phänomen": "So saftstrotzend diese Prosa ist, so kraftlos ist sie auch. So potent die Sprache, so schlaff das Resultat. So dick der Roman, so dünn der Erkenntnisgewinn."
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







