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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Jared Diamond

Kollaps

Warum Gesellschaften überleben oder untergehen

Cover: Kollaps

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN-10 3100139046
ISBN-13 9783100139047
Gebunden, 704 Seiten, 22,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Sebastian Vogel. Die überwucherten Tempelruinen von Angkor Wat, die zerfallenden Pyramiden der Maya in Yucatan und die rätselhaften Moai-Statuen der Osterinsel, stille Zeugen einstmals blühender Kulturen, aber auch Mahnmale für heutige Gesellschaften. Wann beginnt das Ende? Was sind die Warnsignale? Jared Diamond zeichnet die Muster nach, die zum Untergang von Imperien führen, und zeigt uns, dass die Zukunft in unserer Hand liegt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.12.2005

Ein "atemberaubendes Buch", so Johannes Fried über Jared Diamonds "Kollaps". Diamonds neues Werk untersucht die Bedingungen einer globalen ökologischen Katastrophe und die Frage, wie man ihr entgegenwirken kann. Die Ansatzfragestellung lautet: Warum gehen Gesellschaften unter? Dafür führt der Autor vier Faktoren an: Klimaveränderungen - seit neuestem menschengemachter Art -, die Freundlichkeit beziehungsweise Feindseligkeit von Nachbarn und Handelspartnern, zuletzt die "intellektuellen oder organisatorischen Fähigkeiten einer Gesellschaft, auf Umweltschäden zu reagieren". Auch wenn Fried Diamond darin zustimmt, dass eine "umweltfreundliche Bewirtschaftung" Not tue, erhebt er dennoch Einspruch. Wegen Simplifizierung. Was nach Ansicht des Rezensenten zu kurz kommt, ist die Frage nach der kulturellen Beschaffenheit einer Gesellschaft. Diamond argumentiert ihm zu rational-ökologistisch. Was Diamond ausblendet, ist, dass Katastrophen, auch der Verfall von Kulturen, der Preis für generellen Fortschritt, für Weiterentwicklung der Spezies sein können - als Beispiel zitiert er unter anderem die Pest des 6. Jahrhunderts, die zwar die Antike zu Grabe trug, aber den Aufstieg der fränkischen Welt ermöglichte. Was Diamond bietet, so Frieds Fazit, ist "lediglich - wichtig genug! - ein 'Leitfaden für gute Entscheidungen'", in Richtung etwa von "ökologischen Verbandsbildungen und Konsumverzicht". Doch der Erfolgsautor blendet, um es einmal deutlich zu sagen, die tragische Dimension des menschlichen Daseins aus. Wir sterben nun einmal, so Fried, und die von uns geschaffenen Zivilisationen sterben mit uns, und etwas Neues entsteht.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.10.2005

Mit diesem Buch hat Jared Diamond eine Lücke geschlossen, bemerkt der Rezensent Thomas Macho erfreut. Wie dieser schmunzelnd erklärt, habe das WWF-Vorstandsmitglied Diamond sein Interesse an aussterbenden Arten auf die Spezies Mensch gerichtet und statt der üblichen "apokalyptisch-metaphysischen" Abgesänge - ob auf einzelne Kulturen oder auf die Menschheit als Ganzes - eine "in den nüchternen Kategorien der empirischen Forschung thematisierte" Studie vorgelegt. Dabei, so der Rezensent, geht Diamond von der Frage aus, warum manche Kulturen untergingen, während etwa ihre benachbarten Kulturen überlebten, und entwerfe ein "detailliertes Panorama" von Fällen aus Geschichte und Gegenwart. Wie der Rezensent lobend erwähnt, sind die einzelnen Beispiele "übersichtlich strukturiert" und werden vom Autor im Hinblick auf fünf Parameter (Umweltschäden, Klimaveränderungen, feindliche Nachbarn, Unterstützung durch Nachbarn und Planung und Gestaltung der Zukunft) untersucht. Weil aber der letzte unter den genannten Parametern der wichtigste sei, wie Diamond ausdrücklich betone, überrascht es den Rezensenten dann doch nicht, dass sich Diamond trotz des im Buch allgegenwärtigen Untergangs "vorsichtig optimistisch" gibt.

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