Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Englischen von Thomas Stegers. Sommer 1983. Nick Guest hat eine Dachkammer bei den Feddens im reichen Londoner Stadtteil Notting Hill bezogen - und so taucht der Zwanzigjährige in eine ihm bis dahin fremde Welt ein, in der Luxus allgegenwärtig und gesellschaftlicher Einfluss selbstverständlich ist. An Nicks Entwicklung vom kleinbürgerlichen Provinzler zum dandyhaften Kosmopoliten spiegelt der Booker-Preisträger Alan Hollinghurst das große Thema der englischen Literatur: die Klassengesellschaft.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.11.2005
"Bis zur Vergiftung" festgelesen hat sich Wilhelm Trapp an Alan Hollinghursts Roman "Die Schönheitslinie", für den der englische Autor im vergangenen Jahr den Booker-Prize erhalten hat. Völlig zu Recht, meint der Rezensent, der noch ein paar andere schöne Formulierungen für seine Leseerfahrungen auf Lager hat. "Unerträglich konsequent" findet Trapp beispielsweise, dass Hollinghurst dem Verlangen nicht nachgegeben hat, die ganze schöne und schön beschriebene Gesellschaft, die britische Gesellschaft der Reichen und Einflussreichen "mit einem großen Knall" auffliegen zu lassen. Das sei eben das Unheimliche und Gelungene an dem Roman, schwärmt Trapp, dass sich unterhalb der glatt polierten Oberfläche des Romangeschehens enorme Spannungen aufbauen würden, die der Autor aufzulösen sich weigere. Nur gelegentlich verfange sich Hollinghurst in leerer Eleganz, gesteht Trapp zu, der es bemerkenswert findet, dass diesem eindeutig in der Thatcher-Ära angesiedelten Roman jegliches 80er-Jahre-Flair fehlt. Aus dem Blick zurück erschließe sich vorwärtsgewandt die Gegenwart, lautet Trapps dem Autor geneigte Schlussfolgerung.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.10.2005
Sabine Franke entdeckt in "Die Schönheitslinie" alle nötigen Zutaten für einen "ordentlichen Gesellschaftsroman". Der homosexuelle Nick verliebt sich in seinen reichen Mitstudenten, erhält Zugang zu dessen Politikerfamilie und erfährt allerlei "Intimitäten" aus dem Leben der Reichen und Schönen, teilt die Rezensentin mit, die das Etikett der englischen Kritik, es handele sich bei diesem Buch um ein "Sittenstück des 20. Jahrhunderts", gar nicht verkehrt findet. Der Autor schildert darin das "rasante Leben" der achtziger Jahre während der Thatcher-Ära und betrachtet die britische Gesellschaft "ganz unverdruckst" aus "schwuler Sicht", so die Rezensentin eingenommen. Dabei habe Hollinghurst auch ein Buch über den "richtigen Ton" geschrieben, der in England entscheidend die feinen Unterschiede der Gesellschaftsschichten markiert, meint Franke. Den Höhepunkt seiner "gesellschaftlichen Integration" erreicht der junge Student, wenn er Margaret Thatcher auf einer Party seiner Gönner zum Tanz auffordert, doch am Ende wird er aus der feinen Gesellschaft wieder verstoßen und zum "Sündenbock" für den Karriereknick des Hausherrn gemacht, verrät die Rezensentin, die diesen Roman einfach "wundervoll" findet.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.09.2005
"Romane von solcher Vollkommenheit sind so selten wie alles Schöne", schwärmt Jens Bisky. Und dabei ist Hollinghursts Buch selbst eine distanzierte Betrachtung des Ästhetizismus und seiner arroganten Weltfremdheit. Achtziger Jahre, England, Thatcher-Ära, eine starre ständische Gesellschaft, der Traum eines schwulen Kleinbürgers von, genau, Schönheit, eine entrückte Welt von "Festen, Konversation, Sex und Koks" - und der Einbruch der Wirklichkeit. Doch nichts, betont Bisky, weder die Figuren noch die Kontraste, ist drastisch oder didaktisch oder sonst wie überdeutlich inszeniert - alles wird "in einer lichten, geschliffenen Prosa beschrieben, das Dunkel des Innenlebens, der Schmutz der Psyche aber wird gemieden". Hollinghurst, fährt er fort, hat die Atmosphäre der Zeit nicht sektiert, sondern "gleichsam in Bernstein gefasst". Und zwar "unterhaltsam, intelligent, witzig und doppeldeutig".
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Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







