Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Onetti findet seine Themen zumeist auf der Nachtseite: Eros und Sexualität in ihren dunklen, unglücklichen Formen, unentrinnbare Einsamkeit von Mann und Frau, Scheitern als Grundform der menschlichen Existenz. Neben seinen berühmtesten Erzählungen enthält der vorliegende Band in deutscher Erstübersetzung sieben Geschichten aus den vierziger Jahren sowie 26 Erzählungen und Skizzen, die 1970 und später entstanden sind.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.06.2000
Thomas Sträter nützt die Gelegenheit des Erscheinens von Juan Carlos Onettis Gesammelten Erzählungen zum so nachdrücklichen wie umfassenden Hinweis auf diesen noch immer weithin unbekannten Autor. Bedauerlich sei es, dass Onetti nach wie vor in erster Linie von Autorenkollegen und nicht von den Lesern anerkannt werde. Sträter beschreibt die Onetti- Lektüre als so verwirrende wie lohnende Erfahrung, von der vor allem "Stimmungen, Momente, Szenen, Personen, Orte" in Erinnerung bleiben. Das liege in einer Ästhetik des Schweigens begründet, deren Stärke im Weglassen liege. Leider, so der Rezensent, sei die vorliegende Ausgabe unvollständig. Auf die ersten Erzählungen der dreißiger Jahre habe man bedauerlicherweise verzichtet. Dennoch biete der Band einige Entdeckungen, insbesondere die späten Erzählungen, die Onettis "Meisterschaft der Reduzierung und Komprimierung" vorführen. Als das große Thema Onettis beschreibt Sträter das unmögliche bzw. verlorene Glück - als einen der seltenen Glücksmomente zitiert er dann aus "Das Gesicht des Unglücks" den Blick eines Mannes auf ein jungfräuliches Mädchen. Großes Lob gilt zuletzt den Übersetzern des Bandes, die"so etwas wie einen deutschen Onetti-Ton" gefunden hätten.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.12.1999
Katharina Döbler merkt zunächst an, dass es sich hierbei um die umfassendste in deutsch erschienene Sammlung von Erzählungen Onettis handelt. Sie bedauert allerdings, dass seine frühen Erzählungen unberücksichtigt geblieben sind. Gerade aber im Vergleich mit den frühen Erzählungen lasse sich die Entwicklung von Onettis Schreibstil gut nachvollziehen. An den Geschichten selbst hält sie Onettis "selbstmörderische Resignation" für einen hervorstechenden Zug. Der "barocke und extrovertierte Exotismus", der mit lateinamerikanischer Literatur gern in Verbindung gebracht werde, geht Onetti laut Döbler völlig ab. Onettis Thema sei vor allem die Unfähigkeit des Menschen, aus seiner eigenen Haut heraus zu können. Jeder Versuch in dieser Richtung ende desaströs. Aber dennoch: Trotz der "Leere des Himmels" gehört die Vorstellung vom Glück in Döblers Augen durchaus zu Onettis Repertoire.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999
Ute Stempel zeichnet in dieser Rezension zunächst ein Porträt des Autors und geht dann auf bestimmte Charakteristika seines Schreibens ein, in der Hoffnung, dass der Leser selbst entscheidet, ob er sich mit den immer wiederkehrenden Themen und dem Stil Onettis anfreunden kann. Nach Stempel ist der Dreh- und Angelpunkt seines Schreibens die Desillusionierung und Trostlosigkeit, die mit dem Älterwerden (alt ist in diesem Kontext jeder, der den Kinderhosen gerade entwachsen ist) und vor allem der Ehe einhergeht. Liebe spiele demnach bei Onetti kein Rolle, und der "Ehe-Hölle" könne man sich konsequenterweise nur durch Selbstmord entziehen oder als Künstler mit einer schöpferischen Energie, die für die Rezensentin beinahe "Erlösungscharakter" hat. Die Auswahl der Erzählungen in diesem Band findet sie "hervorragend".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.10.1999
Eine Pflichtübung. Eberhard Falcke bespricht die von Jürgen Dormagen und Gerhard Poppenberg ausgewählten `gesammelten Erzählungen` mit der Routine eines Rezensenten, der schon alles von Juan Carlos Onetti gelesen hat. So ist schwer auszumachen, ob Falcke nur etwas uninspiriert schreibt oder ob ihn diese Neuausgabe nicht auch selbst ein wenig gelangweilt hat. Er beschreibt den bei Onetti vorherrschenden Grundton der Einsamkeit, Sinnlosigkeit und der Stagnation und entwirft ein Kurzporträt des Autors als Initiator des Magischen Realismus. Doch ob ihm die Erzählungen etwas Neues eröffnet haben, erfährt man leider nicht.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
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Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







