Saskia Sassen

Machtbeben

Wohin führt die Globalisierung?
Cover: Machtbeben
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2000
ISBN 9783421053626
Pappband, 196 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Im "reibungslosen Kapitalismus" (Bill Gates) sollte die Machtfrage erledigt sein. Doch sie kehrt in Form eines Bebens wieder: Unversöhnlich stehen sich die Strategien der Machtkonzentration und der Machtverteilung einander gegenüber. Globalisierung und Vernetzung werden zunehmend mehr mit Streit und Widerstand als grenzenloser Freiheit und universaler Verbundenheit zu tun haben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.12.2000

Rundum angetan zeigt sich Andreas Bock von diesen acht Aufsätzen der Autorin. Es gefällt ihm, wie Sassen deutlich aufzeigt, dass auch die "New Economy" auf die reale Welt angewiesen ist: auf Logistik, Lagerarbeiter und Sekretärinnen beispielsweise. Und trotz der Grenzüberschreitungen durch Globalisierung, so seien "hoch entwickelte Finanzzentren" nach wie vor unabdingbar. Bock findet es gleichermaßen ungewöhnlich wie interessant, dass Sassen hier eine "Perspektivenwechsel" vornimmt, der "vor allem ein Paradigmenwechsel" ist. So weise sie auf die Paradoxien hin, dass Firmensitze zwar in die verschiedensten Länder verlagert werden, Wirtschaftsimmigration jedoch weitgehend abgelehnt wird. Als eine große Stärke des Buchs wertet Bock die Ausführungen der Autorin zu den Zusammenhängen zwischen Einwanderung und Veränderungen in der Wirtschaft. Etwa dort, wo sie auf die Auslagerung von Produktionsprozessen zu sprechen kommt, bei der kostensparend "Arbeitnehmer jenseits des gesetzlichen Rahmens beschäftigt werden". Zwar bietet das Buch keine "Gebrauchsanweisungen" für die Politik, so Bock. Doch die konzentrierte Beschreibung wichtiger Problemfelder und Hinweise auf Lösungsmöglichkeiten machen das Buch seiner Ansicht nach zu einer lohnenden Lektüre.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.06.2000

Als Einführung in die Thesen der Globalisierungsgegnerin Saskia Sassen bestens geeignet empfiehlt Peter Felixberger dieses Buch, das bereits woanders oder verstreut in Zeitungen veröffentlichte Aufsätze der Chicagoer Soziologin versammelt. Felixberger referiert die Mutmaßungen der Autorin zu den neuen Machtzentren und Schaltstellen der transnationalen Aktionen, London - New York - Tokio, die weltweit eine neue Gewichtung von Zentrum und Peripherie herbeigeführt hätten. Felixberger attestiert Sassen scharfes analytisches Vorgehen, hält aber der Autorin entgegen, bei näherer Betrachtung gebe es in den urbanen und ländlichen Randzonen nicht nur Globalisierungsverlierer. Dort wüchsen auch Produktivität und Kreativität auf regionaler Basis, die den Menschen durchaus Lebensqualität bieten.
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