Im Mittelpunkt der Auswahl steht das Thema Freiheit, ihre Voraussetzungen im demokratischen Zeitalter und ihre Bedrohung durch Bürokratie und Wohlfahrtsstaat. Ohne Privateigentum, Dezentralisation, Selbstregierung von Provinzen und Gemeinden, Unabhängigkeit der Gerichte, freier Presse und freiem Vereinswesen sowie einer Bindung der Bevölkerung in Traditionen (Sitten) und religiösem Glauben kann sich die moderne Freiheit nach Tocquevilles Ansicht nicht behaupten. Es sind außerdem sonstige originelle Betrachtungen und Beobachtungen aufgenommen sowie auch Proben seiner besonderen Meisterschaft gegeben: der Menschenschilderung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.08.2005
Erfreut zeigt sich Karen Horn über dieses Alexis-de-Tocqueville-Brevier, der zum zweihundersten Geburtstag des Publizisten, Rechtswissenschaftlers, Historikers und Politikers erschienen ist. Wie sie berichtet, hat Herausgeber Gerd Habermann das gesamte Werk Tocquevilles nach knappen Auszügen durchforstet, die einen Einstieg in dessen Denken erlauben - eingeteilt in die Kapitel "Tocqueville persönlich", "Die Freiheit", "Der Triumph der Gleichheit", "Spezifisches zur amerikanischen Demokratie", "Tocquevilles Kunst der Menschenschilderung" sowie "Verschiedenes". Dabei habe Habermann nicht nur das Jugendwerk "Die Demokratie in Amerika" zugrunde gelegt, sondern greife auch auf das reife, unvollendet gebliebene Hauptwerk "Der Staat und die Revolution" zurück sowie auf Erinnerungen und Briefe. Horn moniert, dass im Inhaltsverzeichnis angekündigte Biographie Tocquevilles am Ende des Bandes fehlt, und dass die als Paraphrasierungen der einzelnen Zitate gedachten Überschriften offensichtlich verunglückt sind. Dafür allerdings ist aus ihrer Sicht nur der Verlag zu tadeln.
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