Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.06.2000
Eine Studie, die den Gemeinsamkeiten der beiden Philosophen Walter Benjamin und Hermann Cohen nachgeht und diese Fragestellung zugunsten der Texte Benjamins gelegentlich aus den Augen verliert, schreibt Uwe Steiner keineswegs abschätzig. Unmittelbar habe die Beschäftigung des jungen Benjamin mit den Thesen des Hauptes der Neukantianischen Marburger Schule kaum Spuren in seinen Texten hinterlassen, stattdessen versuche die Autorin die behauptete innere Gemeinsamkeit anhand des Begriffs der "vergänglichen Erfahrung" leitmotivisch nachzuvollziehen. Dabei fördere sie überraschende neue Aspekte im Benjaminschen Denken zutage. Besonders überzeugend findet der Rezensent Deuber-Mankowskys Analyse des "Dialogs über die Religiosität der Gegenwart", die Benjamins Plädoyer für einen Kulturzionismus in ein neues Licht taucht.
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