Aus dem Dänischen von Heinz Kulas. An zwei Tagen im Juli 1944 werden die Fesseln der Geschichte für einen Augenblick abgestreift. Für die Dauer weniger Stunden ist der Frieden in Nazi-Deutschland greifbar nah - weil einzelner Mann den Mut eines Helden hat: Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Stig Dalager erzählt in diesem Tatsachenroman die wohl dramatischsten 48 Stunden der deutschen Geschichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.07.2005
Fiktionale Texte, die Geschichte erzählen und dabei die Perspektive von Tätern einnehmen, wandeln auf einem schmalen Grat, schickt Sebastian Domsch seiner Kritik vorneweg. Der Autor könne, je nachdem, wie bewusst und geschickt er erzählerisch mit der Gefahr der "Komplizenschaft" umgeht, ein gelungenes Werk erzeugen - oder scheitern. Und Stig Dalager, meint Domsch, ist mit seinem Roman über das missglückte Hitler-Attentat auf ganzer Linie gescheitert: "Er will uns beide Männer" - Stauffenberg und Hitler - "gleichermaßen nahebringen, verliert dabei jedoch die Unterscheidung zwischen Erzählerstimme und Figurenperspektive aus dem Blick". Weil er sich, vermutet der Rezensent, seiner Erzählperspektive unsicher war, agiert Dalager sprachlich so vage, dass sich die Stimmen verwischen, was Domsch natürlich hochgradig problematisch findet. Außerdem beklagt Domsch die inhaltliche Hilflosigkeit, wenn es etwa um die Gedankenwelt Hitlers geht: "einmal quer durch die Diktatorenbiografie" und mitten hinein ins "Arsenal des Führerkitsches". Das aber, was wirklich nur ein Roman leisten könnte, die geistige Entwicklung von Stauffenberg vom Anhänger zum Gegner, bleibt blass.
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