Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Philipp von Boeselager

Wir wollten Hitler töten

Ein letzter Zeuge des 20. Juli erinnert sich

Cover: Wir wollten Hitler töten

Carl Hanser Verlag, München 2008
ISBN-10 3446231013
ISBN-13 9783446231016
Gebunden, 191 Seiten, 17,90 EUR

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Klappentext

Er war einer der letzten Zeugen. Philipp Freiherr von Boeselager gehörte zu jenen Offizieren, die Hitler töten und dem Zweiten Weltkrieg ein rasches Ende setzen wollten. 1944 organisierte er für Stauffenberg den Sprengstoff für das Attentat am 20. Juli. In dieser Lebensgeschichte erzählt er von seiner Kindheit, von seiner Karriere als Offizier und seinen Gewissensnöten, als er immer mehr Einzelheiten über die Verbrechen der Nazis erfuhr. Am Ende setzte sich sein Gewissen durch. Im Mai 2008 verstarb Boeselager im Alter von 90 Jahren. Seine Erinnerungen sind ein einmaliges zeitgeschichtliches Dokument zum Widerstand im Nationalsozialismus.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.09.2008

Beeindruckt zeigt sich Martin Meyer von den Erinnerungen Philipp Freiherr von Boeselagers, der zum Kreis der Offiziere gehörte, die Hitler am 20. Juli 1944 töten wollten. Er würdigt Boeselager, der den Sprengstoff für Stauffenbergs Attentat lieferte, als mutigen und entschlossenen Kopf. Ausführlich referiert er das Leben des Offiziers, geht auf seine katholische Herkunft ein, schildert seinen Einsatz an der Ostfront und berichtet über seine Zweifel an Hitler spätestens seit der "Reichskristallnacht" 1938. Die Erinnerungen lassen für Meyer die Zeit des Nationalsozialismus noch einmal auf "unheimliche Weise" in Erscheinung treten, so, "als wär's erst gestern gewesen".

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 31.07.2008

Als "beredtes Zeugnis" für das Verständnis des Dritten Reiches und seiner militärischen Elite begrüßt Rezensent Dorion Weickmann dieses Erinnerungsbuch einer Randfigur der Verschwörung vom 20. Juli 1944, der als letzter Überlebender der Gruppe um Stauffenberg in diesem jahr verstorben ist. Denn es versetze ihn noch einmal in die "versunkene Lebenswelt" adeliger Militärs wie "in ein ethnografisch entlegenes Forschungsgebiet". Aber auch die Funktion des Buches als "verdichtendes Zeitporträt", das die Köpfe des Widerstands "in ihren weltanschaulichen Verstrickungen" abzubilden versteht, macht seinen Wert für den Rezensenten aus. Besonders die Tatsache, dass Philipp von Boeselager dem Generalmajor Henning von Treskow einen "letzten Lorbeerkranz" geflochten hat, freut Weickmann angesichts jüngerer Verdächtigungen gegen Treskow sehr.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren